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Zusammenfassung

Die Webekurve zweier Lippenbären steigt nach dem täglichen Ausspritzen des Käfigs steil an und erreicht dann meist ihr Tagesmaximum.

Auch im Zusammenhang mit der Kot-Harnabgabe steigt die Kurve mehr oder weniger steil an. Den höchsten Kurvengipfel kann man willkürlich durch früheres oder späteres Ausspritzen des Käfigs verschieben. Mit diesem Hauptergebnis der vorliegenden Arbeit ist der experimentelle Beweis erbracht, daß das Weben durch Außenfaktoren ausgelöst werden kann. — Die Fütterung besitzt keinen nennenswerten Einfluß auf das Webeverhalten des Versuchstieres. In zahlreichen beobachteten Fällen waren die Kot-Harnabgabe und das Ausspritzen des Käfigs zeitlich unabhängig voneinander wirksam. Jeder der beiden Faktoren kann also für sich einen steilen Kurvenanstieg hervorrufen. Das Weben wird demnach sowohl durch Innen- wie durch Außenfaktoren ausgelöst. “Unbeabsichtigte” Versuche stützen diese Befunde. In Übereinstimmung mit früheren Untersuchungen der Verfasserin (1938) führen die Beobachtungen und Versuche zu der Deutung des Webens als Ausdruck einer affektiven Erregung. Das Weben des Versuchstieres ist gerade dann am stärksten, wenn der Bär versucht hat, einer unlustbetonten Situation (Wasserscheu) zu entgehen; die Pendelbewegung zeigt also offenbar nicht jede beliebige Aufregung an, sondern drückt sehr wahrscheinlich ein affektbetontes Fortstreben aus dem Käfig in abgekürzter Form aus. — Das Männchen webt unter den gleichen Bedingungen wie das Weibchen, jedoch noch häufiger und länger. Die am Weibchen gewonnenen Befunde werden so durch die Beobachtungen am Männchen bestätigt.