Versuche über die Richtungsorientierung mit normalen und Minden Mäusen

Authors


Zusammenfassung

Es wurde die Richtungsorientierung von Haus- und Waldmaus untersucht, wobei durch die Gestaltung der Versuchsanordnung und durch direkte Ausschaltung von Sinnesorganen (Augen) die Beteiligung bekannter Sinnesfähigkeiten unterdrückt wurde.

1. Versuche in einem optisch isolierten, geschlossenen Wegesystem, in dem nach falschen Wegentscheidungen in den äußeren Bezirken elektrische Strafreize gegeben werden.

a) Bei Heimkehr in gleichbleibender östlicher Richtung orientierten sich die Mäuse gut.

b) In Kontrollversuchen mit wechselnder Heimkehrrichtung unter sonst unveränderten Bedingungen war die Orientierung schlecht. Die Unterschiede sind statistisch gut gesichert.

2. Versuche in ähnlicher Anordnung, jedoch ohne elektrische Strafreize im Wegesystem.

a) Heimkehrrichtung Osten: Die Mäuse orientierten sich gut.

b) Heimkehrrichtung wechselnd: Die Tiere orientierten sich schlecht. Die Differenz ist statistisch gut gesichert.

3. Versuche mit blinden Mäusen in einem vierteilig-radiärsymmetrischen, offenen Wegesystem.

a) Bei Heimkehr in der dressierten Richtung Osten zeigte sich gute Orientierung.

b) In Kontrollversuchen mit wechselnder Richtung orientierten sich die Tiere schlecht.

4. Laufende aber unregelmäßige Verschiebungen und Drehungen der gesamten Versuchsanordnung in einem großen Raum bewirkten keine Verschlechterung der Orientierung blinder Mäuse, wenn die Heimkehrrichtung gleich blieb.

5. Durch Störung des Erdmagnetfeldes mit einem Elektromagneten in der Laufebene der Mäuse wurde die Orientierung nicht beeinflußt.

Ancillary