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Zusammenfassung

1. Nach einer kurzen Darstellung der Bionomie von Ips curvidens Germ, werden einige in Laboratoriumsversuchen geprüfte Faktoren behandelt, die die Bewegung des Käfers außerhalb des Stammes, auf und im Stamm richten.

2. Optisch wirksam sind das Licht, die Kontur und die relative Gegenstandshelligkeit:

a) Die Lichteinstellung ist stimmungsabhängig: Flugbereite Käfer sind photopositiv, nicht flugbereite, an Futter sitzende photonegativ. Nicht flugbereite Eitertiere lassen sich ohne Futterberührung photopositiv umstimmen.

b) Die Kontur wirkt als solche anziehend.

c) In überwiegend hellem Umfeld bevorzugt der Käfer die relativ dunkelste Abhebung vom Grund.

d) An Hand der Morphologie des Auges wird der optische Orientierungsmechanismus erörtert.

3. Geruchlich lockt Tannenrinde nur auf recht kurzen Abstand an; Fichtenrinde stößt geruchlich erst auf unmittelbare Nähe ab.

4. Im Zusammenspiel optisch und geruchlich wirkender Marken leiten den Käfer über größere Entfernungen nur optische Ziele, auf weit geringere auch geruchliche.

5. Die Geruchssinnesorgane der Fühlerkeulen werden beschrieben; sie alarmieren und orientieren sowohl phobisch wie tropotaktisch. Wahrscheinlich wirken weitere Geruchsorgane auf den Mundgliedmaßen, jedoch nur in kürzestem Abstand.

6. Auf senkrechter Fläche richtet die Erdschwere die Gehbewegungen der Käfer, vorzüglich der jungen, aufwärts. Bei der Wahl der Einbohrstelle sprechen Berührungs- und Wärmereize mit.

7. Beim Fraß des Mutterganges richtet sich das Weibchen entweder nach dem Verlauf der Holz- und Basti asern oder nach dem der letzteren allein.

8. Die Laboratoriumsversuche ergeben einige Hinweise für die Praxis.