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Zusammenfassung

29 Küken und 7 erwachsenen Hühnern wurden verschiedene Pflanzenarten 1. als junge Pflänzchen im Saatkasten, 2. als wurzellose, noch nicht blühende Pflanzen im Strauß, 3. feingehackt und 4. als Saft im Zwcifach-Wahlversuch vorgesetzt.

Die Beliebtheit der Pflanzen änderte sich zum Teil mit der Form der Darbietung. Dabei richteten sich die Tiere vornehmlich nach Tast- und Geschmackseindrücken. Positive taktile Merkmale waren glatte Blattoberfläche, geringe Reißfestigkeit, große Blattspreiten und eine gewisse Höhe (Dicke), negative dagegen Behaarung, Stacheligkeit, Härte, Festigkeit, Fieder- und Schmalblättrigkeit. Geschmack schützte die Pflanzen vor dem Verzehr, wenn er stark genug und sauer war. Bitterer Geschmack blieb, wegen der Unterempfindlichkeit der Hühner dieser Geschmacksqualität gegenüber, wirkungslos, in schwacher Konzentration war er sogar angenehm, in sehr starker oder in Verbindung mit saurem Geschmack abstoßend. Ausschließlich optisch begründet war die Vorliebe für Pflanzen mit großen Blättern. Die „botanische Kenntnis” der einzelnen Arten hält beim Huhn nicht lange vor, es vergißt seine schlechten Erfahrungen relativ schnell, und es prägt sich wohl eher und dauerhafter Einzelmerkmale wie Behaarung, Stacheligkeit usw. ein als die typischen Merkmalskombinationen der verschiedenen Pflanzenarten insgesamt.