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Zusammenfassung

Die Spinne hört auf, Radien zu ziehen, wenn der Auslöser „Lücke im Radialgefüge” fehlt, gleichgültig ob sie mehr Radien als normal oder weniger gezogen hat, und geht zur Herstellung der Befestigungszone über.

Sie schafft ebenso viele Radien nach, wenn stetiges Abbrennen nur drei Radien übrig ließ, wie wenn zum fertigen Radialgefüge nur drei fehlen. Dabei verlangsamt sie ihr Arbeitstempo und geht nach Erschöpfung der Phase I (Radien und Befestigungszone) zur Herstellung der Hilfsspirale über (Phase II).

Die Phase I schließt die Herstellung der Befestigungszone noch mit ein. Auch während dieser Tätigkeit noch abgebrannte Radien kann sie nachziehen. Der Durchmesser der Warte (Nabe und Befestigungszone) ist der Beinlänge proportional. Dieser Proportionalitätsfaktor ist artspezifisch, unabhängig vom Alter der Spinne, von der Netzgröße und sonstigen variablen Begleitumständen. Die Spinne beendigt die Befestigungszone, wenn ihre zweiten und dritten Beine nicht mehr die Nabe erreichen. Dafür daß dieser übergang (Gangunterschied) zur Phase II immer in den oberen 2 Quadranten des Netzes stattfindet, ist die Schwerkraft verantwortlich, wie der Drehversuch (S. 481) lehrt. Die Spinne orientiert sich beim Ziehen der Hilfsspirale nach dem letzten Umgang, kann sich aber auch ganz allein nach dem Winkel des letzten Hilfsspiralstückes zum Radius richten, wie das Abbrennen der schon gezogenen Hilfsspirale zeigt. Die Herstellung der Hilfsspirale (Phase II) ist als selbständiger Arbeitsgang zu betrachten, von dem kein Zurückgreifen auf Phase I möglich ist, selbst wenn dann noch Radien zerstört werden. Das Ende der Hilfsspirale braucht nicht unbedingt mit dem Beginn der Klebspirale zusammenzufallen.

Phase III (das Ziehen der Klebspirale) folgt nach einer kleinen Ruhepause dem Abschluß der Hilfsspirale. Beim Klebfadenlegen richtet sich die Spinne nach dem vorhergehenden Umgang und nach dem Winkel des Klebfadens zum Radius. Sie beendigt ihr Geschäft in der Nähe des Gangunterschiedes.

Vom Netzbau ist das Netzflicken als Tätigkeit eigener Art zu unterscheiden. Jeder Beutefang und das folgende Herauslösen der Beute beschädigt das fertige Netz. Beim Ausbessern können auch radial verlaufende Fäden nachgezogen werden.