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Zusammenfassung

  • 1
    Wenn man Talitrus oder Talorchestia, Strand-Amphipoden, die sich nach der Sonne orientieren, in einem künstlichen Tag-Nachtwechsel hält, der gegen den natürlichen um 6 oder 12 Stunden verspätet ist, weichen die Fluchtrichtungen nach Sinn und Winkelgröße so von den natürlichen ab, wie wenn sich die Sonne um gleich viele Stunden verspätet hätte.
  • 2
    Die neue Fluchtrichtung stellt sich allmählich im Laufe von 4 Tagen auf den endgültigen Wert ein und bleibt so, solange der künstliche Tag-Nachtrhythmus anhält. Ebenso lange dauert die Rückkehr zur normalen Orientierung, wenn man die Tiere in einen künstlichen Tag-Nachtrhythmus zurückbringt, der dem natürlichen entspricht.
  • 3
    Die beobachtete Abweichung ist im Mittel immer etwas kleiner als die erwartete. Der Unterschied ist am geringsten nach 8 Tagen Aufenthalt im künstlichen Tag-Nachtrhythmus.
  • 4
    Hält man Talitrus 5 Stunden in 0 bis 3° C, so weicht die Fluchtrichtung von der in Normaltemperatur zu erwartenden nach Sinn und Ausmaß um so viel ab, wie wenn die “innere Uhr” in der Kälte stillstünde. Sie beruht offenbar auf rhythmischen Stoffwechselvorgängen, die unterhalb einer kritischen Temperatur ganz oder teilweise stillstehen.
  • 5
    Ebenso kann man durch hohe Temperaturen die Fluchtrichtung im entgegengesetzten Sinne ablenken, wie wenn die innere Uhr schneller ginge.