SEARCH

SEARCH BY CITATION

Zusammenfassung

Das Haushuhn verfügt über eine große Zahl verschiedener, ausnahmslos angeborener Laute oder Lautgruppen, deren Bedeutung beschrieben wird. Wenn auch in der Tonlage, der Häufigkeit und Intensität der Stimmäußerungen rassische und individuelle Unterschiede bestehen, gibt es doch keine “Sprachschwie-rigkeiten” unter den verschiedenen Hühnertypen. Lernen spielt nur insofern eine Rolle, als Anlässe für Laute lernend erfaßt werden, etwa, wenn bestimmte Geräusche oder das Nahen des Pflegers mit dem Futtergefäß beim Hahn oder der Glucke passende Lockrufe auslösen, oder, wenn das Schreien, das scheue Hühner beim Gepacktwerden ausstoßen, nach einigen Wiederholungen aufgegeben wird.

Man kann Laute und Lautgruppen mit einander ähnlicher Funktion zusammenfassen: es gibt solche zur Stimmfühlung im Verband und zum Wiederfinden der Artgenossen, zum Locken bei gefundenem Futter, zum Aufmerksammachen auf mögliche Gefahr am Boden und in der Luft sowie zum Warnen vor dieser in verschiedener Abstufung. Bestimmte Lautformen zeigen Aufregung allgemeiner Art, andere Abwehr gegen Zudringlichkeit an. Mehrere dienen dem Lautverkehr innerhalb der Rangordnung. Hervorzuheben ist noch das lautliche Wechselspiel zwischen Hahn und Henne bei der Nestgründung. Das Krähen des Hahnes ist ein allgemeiner Ausdruck männlichen Selbstgefühls.