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Zusammenfassung

13 Feneks (alles Wildfänge) wurden von der 3.-4. Woche an verschieden lange Zeit hindurch beobachtet. Hier wird nur einiges über das Verhalten im Revier, bei der Nahrungsaufnahme und Behandlung von Beute gegenüber artfremden Tieren und dem Menschen berichtet.

Das nun bald siebenjährige Pärchen bewohnt das ganze Jahr hindurch ein Freigehege, das ins Heim, den Bau und bestimmte Ruhe-, Freß-, Kot-, Markierungs- und Vorratsstellen gegliedert ist.

Bei Beunruhigung flüchten Rüde und Fähe, auch von außerhalb des Geheges im Garten, in das Heim 1. Ordnung. Junge und erwachsene Feneks, die nach längerer Abwesenheit wieder in ihr Revier kommen, begrüßen es ebenso wie den Artgenossen oder vertrauten Menschen durch Ducklauf, Schwanzwedeln, Begrüßungsgesicht und Quietschen.

Nur der Rüde scheint das Revier zu markieren, hauptsächlich durch Harnspritzen mit angehobenem Bein an senkrechte Gegenstände, nach Art der Haushunde, Füchse, Wölfe, Schakale und Marderhunde, seltener durch Kot. Er markiert vorwiegend zur Ranzzeit.

Der Fenek kotet in der gleichen Haltung wie der Fuchs; die Geschlechter harnen in etwas verschiedenen Stellungen, ebenfalls anders als der Rotfuchs. Feneks bevorzugen zum Koten bestimmte trockene und lockere Stellen im Revier, in Zimmern mit Sand gefüllte Kisten. Vor dem Entleeren scharren sie gelegentlich, häufiger aber schieben sie mit der Nase Sand über den Kot und vor allem den Harn ebenso wie beim Verstecken von Futterbrocken. Gelegentlich wälzen sie sich auf eigenem oder artfremdem Kot und Beuteresten, auch reiben sie sich an artfremden Harnmarken, der Rüde auch an den eigenen.

Vor der Ranzzeit beginnt das Paar den Bau zu graben und bewohnt ihn nur kurz zur Wurfzeit.

Bei 36° C und mehr am Boden bleiben Feneks nie länger als höchstens 5 Min. in der Sonne liegen. Das Scharren vor dem Niederlegen scheint beim Fenek schon in der dritten Woche zu reifen, beim Rotfuchs erst in der 10. bis 18. Woche.

Der Fenek versteckt Futterreste ebenso wie der Rotfuchs. Die Endhandlung — das Zuschieben — reift als erste.

Beutetiere werden wahrscheinlich durch Genickbiß getötet. Selbst ein unserem Fenekpaar ausgeliefertes ausgewachsenes Hauskaninchen wurde mit einer tiefen Bißwunde im Genick tot aufgefunden. Vor dem Freßakt spielen sie häufig auf begrenztem Raum mit der Beute, indem sie sie hoch- und seit-wärtsschleudern, von erhöhten Plätzen hinabwerfen oder gegen bzw. über kleine Hindernisse sowie in Bodenvertiefungen schleudern. Das einige Zeit nach dem Werfen im Spiel der Fähe oft beobachtete Zutragen und Ablegen der Beute vor dem Rüden entstammt vermutlich dem Brutpflegeverhalten. Die Welpen lebten bisher immer nur wenige Tage.

Die Verhaltensweisen bei der Nahrungsaufnahme gleichen denen des Fuchses. Nicht nur Fleischstückchen, wie beim Fuchs, sondern auch Beutetiere werden durch kurzes seitliches Schleudern bei hoher Frequenz von Schmutzteilchen befreit. Der Fenek frißt zum Unterschied vom Rotfuchs auch häufig im Sitzen. Die Fähe versteckt Beutereste häufiger als der Rüde.

Die Bewegungsweisen der Nahrungsaufnahme reifen früher als die des Beuteerwerbs. Die Welpen essen ihr erstes Fleisch in der dritten Woche. Das Betasten der Beute begann in der sechsten, das Umtanzen, Anspringen in der 7. Woche, das Totschütteln vermutlich schon früher, kurz darauf das Hochund Seitwärtsschleudern.

Das Futterneidverhalten reift in der 4. Woche.

Es werden Begegnungen zwischen Feneks und Hunden sowie Katzen geschildert.

Der Fenek erwirbt die Komplexgestalt des Artgenossen nach der 3. Woche. Mit 6–7 Wochen begrüßt er ihn und den Pfleger. Ein vor dem Augenöffnen in Pflege genommener Welpe blieb bis zu seinem Tode im 9. Monat bedingungslos zahm. Die fast Zjährige Fähe begrüßt den vertrauten Menschen stets lebhafter als der handzahme Rüde, und zwar am stürmischsten in der Ranz- und Wurfzeit. Nach Einbruch der Dunkelheit löst schon das Quietschen der Tür fast das volle Verhalten aus, während tagsüber bei trübem Wetter der gewohnte Ruf am Gehege oft nur schwach wirkt. Anscheinend können auch geruchliche Reize das Begrüßungsverhalten auslösen.

In der Ranz wehrt der Rüde den Pfleger zunächst nur vom Heim 1. Ordnung ab, in der Vollranz bis zur Paarung dagegen schon bei Annäherung an das Revier. In der Wurfzeit greift er den Pfleger nur gelegentlich schwach und stumm an, wenig vertraute und fremde Personen aber gegebenenfalls genau so heftig wie in der Ranz.

Der Fenek hat wie der Rotfuchs sehr vielseitige Lautäußerungen. Mangels technischer Hilfsmittel konnten vorläufig nur einzelne Laute unzulänglich beschrieben werden.