Über die biologische Bedeutung der „zweckdienlichen” Anwendung erlernter Laute bei Vögeln

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Zusammenfassung

Die Individuen von zwei in Gefangenschaft gehaltenen Kolkraben und drei Schamapaaren äußerten häufig dann, wenn sie ihren Partner vermißten, Laute und Gesangsmotive, die sonst hauptsächlich oder ausschließlich von diesem hervorgebracht wurden. Der so „benannte” Vogel kehrte, wenn ihm das möglich war, umgehend zurück, sobald er diese Laute hörte. Grundsätzlich unterscheidet sich dieses „Benennen” erwünschter Objekte offenbar in nichts vom „zweckdienlichen” Sprechen von Papageien, weshalb vermutet wird, daß diese Fähigkeit auch bei ihnen ihre primäre, arterhaltende Funktion im Sozialleben erfüllt. Darüber hinaus legt die Tatsache, daß sich diese Fähigkeit bei voneinander systematisch so fernstehenden Vogelarten ausgebildet hat, die Frage nahe, ob sie auch bei anderen klangnachahmenden Arten solche Aufgaben erfüllen mag.

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