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Zusammenfassung

Aus einer größeren Gruppe von Barbus conchonius, die mit Merkurochrom behandelt worden waren, verloren viele anschließend das schwarze Hautpigment. Je 20 depigmentierte und normal gebliebene Tiere wurden 10 Monate danach auf ihre Reaktionen gegenüber Futter, Futterduft, reines Wasser, Schreckstoff, Erschütterung und starke Bewegung vor dem Becken geprüft. An je vier Einzeltieren wurde die Zeit gemessen, die sie brauchten, um Futter zu finden.

Ferner wurden an mehreren kleinen Gruppen beider Sorten das Verhalten gegenüber zugesetzten fremden oder wieder-zugesetzten Tieren aus der Gruppe untersucht.

Auf chemische Nahrungssignale und Erschütterungen des Beckens hin schwimmen normale Tiere nach oben, depigmentierte nach unten; auf Futter schwammen auch die normalen gleich wieder zum Boden. Auf die anderen Reize reagierten nur die normalen Tiere deutlich. Den depigmentierten fehlten manche typischen Verhaltensweisen (Schwarm-Stehen, manche Flucht- und die typischen Angriffsweisen). Alle diese Ausfälle und das an Blindfische erinnernde Nahrungsuchen am Boden werden als „Verhaltensregressionen” zusammengefaßt, deren mögliche Ursachen erörtert sind.

Die vergleichbaren morphologischen, physiologischen und ethologischen Merkmale blinder Höhlenfischarten lassen sich wahrscheinlich auf die gleiche Weise erklären.