Tagesperiodik, Revierverhalten und Beutefang der Geißelspinne Admetus pumilio C. L. Koch im Freiland*

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  • Prof. Dr. Ludwig Beck,

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    1. Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie der Ruhr-Universität Bochum und dem Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia Manaus/Brasilien
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  • Klaus Görke

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    1. Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie der Ruhr-Universität Bochum und dem Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia Manaus/Brasilien
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  • *

    Mit Unterstutzung der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie, Ruhr-Universität, D-463 Bochum, Postfach 2148.

Zusammenfassung

Auf einer Fläche von ca. 40 × 60 m eines Regenwaldes bei Manaus/Amazonas wurden über 30 Admetus pumilio untersucht, sowie Temperatur, Feuchte und Helligkeit im Biotop registriert.

Man findet immer nur ein Tier in einer Höhle am Fuß großer Bäume; nahezu jedes derartige Versteck ist besetzt.

Der Aktivitätsverlauf zeigt im Freiland 3 Aktivitätsschübe: der abendliche dient der Nahrungsaufnahme, der nachmitternächtliche dem Verlassen des engeren Reviers zu Partnersuche oder zum Höhlenwechsel, der morgendliche zur Rückkehr ins Versteck.

Der Aktivitätsbeginn gegen 16 Uhr ist endogen, das Aktivitätsende gegen 6.30 Uhr weitgehend exogen bestimmt. Der Rückzug in die Höhle am Morgen erfolgt bei 10fach niedrigerer Helligkeit als der Auszug aus dieser am Abend.

Adulte Geißelspinnen behalten über mehrere Wochen die gleiche Höhle bei; beobachtet wurde bis zu 65 Tagen. Innerhalb eines untersuchten Umkreises von 7—10 m können sie sich hervorragend orientieren — vermutlich olfaktorisch.

Die Beutefanghandlung wird beschrieben und die Orientierung hierbei analysiert. Zwei mechanorezeptorische Systeme werden nach- oder nebeneinander wirksam: Trichobothrien auf den Schreitbeinen leisten die Fernorientierung und dirigieren die Annäherung an die Beute bis in den Wirkungsbereich der Tastbeine, die die Orientierung im Nahbereich übernehmen, vor allem beim Packen der Beute.

Die kutikularen Haarsensillen auf den Beinen werden kurz beschrieben.

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