Beiträge zum Verhalten und zur Soziologie des Bisams (Ondatra zibethicus L.)

Authors


Waldhausenstr. 7, D-3000 Hannover 81.

Abstract

Abstract

This description of the behaviour of the muskrat is the result of observations made in open-air pens and during the rearing of young animals in direct contact with man. The approximately 100 muskrats observed came from southern Lower Saxony (population immigrated down the river Elbe). As the same facilities of observation had been used to study brown rats, it was possible to compare the behaviour of both species which showed fundamental differences.

Zusammenfassung

In Freilandgehegen von 100 bis 300 m2 wurde insbesondere das Sozialverhalten von Bisamen von einer Hütte aus beobachtet.

Der Bisam ist bei Ortswechseln nach oben mit der Höhe als Dimension nicht vertraut. Zahme Tiere verunglücken oft, wenn sie, wie üblich, die Fluchtreaktion, nämlich Kopfsprung in das Wasser, über hartem Boden ausführen.

Bisame decken ihre Baueingänge oberhalb der Wasserfläche ab oder legen U-Rohre als Wasserschleusen außerhalb des Gewässerrandes an, die sie mit Wasser füllen.

Wahlversuche hinsichtlich der bevorzugten Nahrung zeigen, daß Bisame nicht wie Wanderratten Neues fürchten, sondern es als Neugierwesen wählen.

Vor der Paarung fordert das ♂ durch Bisse nach dem Kopf das ♀ zum “Paarschwimmen” auf, dem nach langer Verfolgungsjagd an der Wasseroberfläche die Paarung folgt. Trächtige ♀♀ folgen beim Paarschwimmen dem ♀.

Die Jungen bleiben etwa zwei bis drei Wochen im Bau, erhalten während dieser Zeit bereits Pflanzennahrung. Etwa in der 4. Lebenswoche öffnet das ♀ oben den Bau, so daß die Jungen ohne zu tauchen oder zu schwimmen, nach Wühlmausart Gras fressen können. Erst nach einigen Wochen dieses Landlebens folgen die Jungen einem Alttier auf das Wasser, und die sichtbare Bauöffnung wird wieder geschlossen.

♀♀ im gleichen Gehege vertragen sich nur im Herbst. Eine Rangordnung wechselt manchmal nach Kampf. Gegen Ende September werden sie verträglich und dulden fremde Bisame (stärkster Gegensatz zum Sozialverhalten der Wanderratten). Bei Beginn des Winterburgenbaues kämpfen Bisame wieder miteinander. In der Rangordnung tiefstehende Tiere ziehen sich zurück, kümmern und fallen manchmal dem Kannibalismus zum Opfer.

Eine soziale Hautpflege ist außerhalb der Baue nur zu sehen, wenn die Tiere mit ihren Wohnverhältnissen sehr vertraut sind. Sie tritt beim wenige Wochen alten Jungtier bereits auf.

Im Alter von einem 3/4 Jahr und besonders vor und nach der Überwinterung greifen junge Bisame Artgenossen an und wandern ab. Familienverbände halten nicht länger als ein Jahr locker zusammen und bleiben klein.

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