Spatial Proximity and Mate-specific Behaviour in a Flock of Budgerigars (Melopsittacus undulatus; Aves, Psittacidae)

Authors


Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie, D-8131 Seewiesen.

Abstract

Abstract

The purpose of this study was to find out how much the behaviour of budgerigars to their mates is modified by the pair bond, and thus differs from their behaviour to other potential partners. Spatial cohesion and other behaviour patterns were analysed for partner-specificity. Many behaviour patterns are similarly partner-specific for all birds observed, although there are clear differences in the social behaviour of individuals. Partner-specificity of behaviour patterns is apparently based on individual recognition of mates. Causal and functional aspects of partner-specific behaviour in budgerigars are discussed.

Zusammenfassung

Es wurde zu klären versucht, wie stark die Verpaarung das Verhalten von Wellensittichen zum Paarpartner im Vergleich zu ihrem Verhalten zu anderen möglichen Partnern verändert. Paare sitzen weit häufiger zusammen als nicht verpaarte Vögel und als auf Grund der Annahme unabhängiger Bewegung der Vögel bei gegebenen Ortsbevorzugungen zu erwarten ist. Über dieses Zusammensitzen hinaus zeigen alle Vögel eine Tendenz, dichter als erwartet beieinander zu bleiben. Diese Tendenz ist vermutlich die Ursache für den Schwarm-zusammenhalt der Wellensittiche. Zum räumlichen Zusammenhalt tragen die aktiveren ♂♂ mehr bei als die weniger aktiven ♀♀.

Partnerbeschränktes Verhalten wird als Verhalten definiert, das in gleichen Zeiträumen des Zusammensitzens signifikant häufiger oder seltener gegenüber dem Paarpartner als gegenüber anderen Tieren gezeigt wird. Von den näher untersuchten Verhaltensweisen sind Kraulen, Schnabelberühren, Füttern, Futterbetteln und Kopulation bei allen Vögeln partnerbeschränkt. Aggressives Verhalten und Fluchtverhalten sind partnerbeschränkt selten. Andere Verhaltensweisen wie Ansingen, Singen und Putzen sind nicht für alle Vögel gleichartig partnerbeschränkt.

Die partnerbeschränkten Verhaltensweisen Schnabelberühren und Kraulen treten häufiger zusammen mit Putzen, Balzfüttern häufiger mit Ansingen auf. Zwischen Individuen bestehen im Sozialverhalten deutliche Unterschiede.

Mögliche Gefangenschaftseinflüsse auf das untersuchte Verhalten werden diskutiert. Die Partnerbeschränkung der genannten Verhaltensweisen beruht auf individuellem Erkennen des Partners. Da partnerbeschränkte Verhaltensweisen in vielen verschiedenen Motivationszusammenhängen auftreten, kann man für sie keine einheitliche Ursache annehmen. Funktionell könnte der feste Paarzusammenhalt beim Wellensittich Paarpartnern erleichtern, sich aufein-ander einzustellen, und außerdem eine Anpassung an die Unvorhersagbarkeit günstiger Brutbedingungen im natürlichen Biotop sein.

Ancillary