Feinstruktur, Funktion und Reinigung der antennalen Sinneshaare der Garnele Hymenocera picta (Gnathophyllidae)

Authors

  • Dr. Lutz Thilo Wasserthal,

    Corresponding author
    1. Zoologischen Institut der Ruhr-Universität Bochum (Spezielle Zoologie
    2. Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie, Seewiesen
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  • Dr. Uta Seibt

    Corresponding author
    1. Zoologischen Institut der Ruhr-Universität Bochum (Spezielle Zoologie
    2. Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie, Seewiesen
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      Mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft.


Lehrstuhl für Spezielle Zoologie der Ruhr-Universität, D-4630 Bochum-Querenburg

Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie, D-8131 Seewiesen.

Abstract

Abstract

We know from earlier work that the shrimp Hymenocera picta is able to chemically recognize food (starfish), conspecifics, their sex and sexual readiness and even individuals. This recognition is accomplished by sensory organs situated on the antennules. In the present paper the anatomical fine structure of these organs is examined (by light, scanning and transmission electron microscopy) and compared with the relevant structures of other decapods. Mode and range of antennule movement are analysed from films and are discussed as an adaptation to the habitat. The cleaning of the aesthetascs with the third maxillipeds is described.

Zusammenfassung

Die Aestheten auf den Antennulen von Hymenocera picta wurden licht-, raster- und transmissionselektronenmikroskopisch untersucht. Das Innere der haarförmigen Sensillen ist völlig von Dendriten erfüllt, die sich zum Apex hin zunehmend aufzweigen. Die feinsten Ausläufer enthalten je einen Mikrotubulus.

Poren konnten weder in der seitlichen Kutikula noch an der Spitze gefunden werden. Da jedoch die Haarumhüllung nur etwa die doppelte Stärke einer Zellmembran hat und nicht sehr elektronendicht ist, vermuten wir eine Durchlässigkeit für organische Verbindungen.

Die entlang der unteren zwei Drittel der Haare festgestellte periodische Kutikula-Ringelung ermöglicht vermutlich ein gleichmäßiges Abbiegen über die gesamte Länge der zarten Haare, was während der ortenden Antennulenbewegungen und dem Reinigen durch die 3. Kieferfüße von Bedeutung sein kann.

Aus Filmaufnahmen wurden Bewegungsweise und Bewegungsumfang der Antennule analysiert. Durch 2 Gelenke kann die Antennule praktisch den gesamten Raum um den Körper kontrollieren. Die verschiedenen Positionen der Antennulen und der Sinneshaare werden im Detail dargestellt. Die Asymmetrie der Fahnenform wird als mögliche Anpassung an eine unterschiedliche Strömungsnutzung zum Heben oder Senken der Antennule bei ihrer Vor- bzw. Rückdrehung gedeutet.

Die 3. Kieferfüße tragen an der Innenkante Bürsten, die ausschließlich die Antennulen-Außengeißeln reinigen, während alle anderen Körperteile und -anhänge von den 1. Thoracalbeinen gereinigt werden.

Das korrelierte Auftreten bestimmter Sinneshaarmerkmale wird diskutiert im Hinblick auf zwei verschiedene Strukturtypen der Aestheten bei Decapoden.

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