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Abstract

The aim of this study is to determine characteristics of the songs and alarm calls of Sylvia species and to correlate them with body weight. The vocalizations of 112 free-living individuals of 11 european warbler species were analysed as sonograms. Weight data were taken from the literature. The main song frequency levels, song tempo and duration of the short elements of the alarm calls show significant negative or positive correlations with the average body weight of the species. The consequences of these findings with respect to ecological adaptations and ontogenetic modifiability of the characteristics are discussed.

Zusammenfassung

  • 1
    Die Motivgesänge und Alarmrufe von 11 europäischen Grasmückenarten (Gattung Sylvia) wurden sonagraphisch dargestellt, nach verschiedenen Merkmalen untersucht und die Meßergebnisse im Zusammenhang mit den Gewichtsmittelwerten der Arten betrachtet.
  • 2
    Als Vorzugsfrequenz ist der Mittelwert der Frequenzen tonreiner Elemente in den Motivgesängen der Arten definiert. Die Vorzugsfrequenzen korrelieren signifikant und mit negativem Vorzeichen mit den Gewichtsmittelwerten der Arten.
  • 3
    Die geographischen Dialekte von Sylvia hortensis und S. atricapilla weichen in der Vorzugsfrequenz nicht signifikant von denen der Vergleichs-populationen ab.
  • 4
    Zwei freilebende Mischsänger-Grasmücken (S. atricapilla und S. communis) haben trotz des erkennbaren Einflusses artfremder Vorbilder ihre arttypische Vorzugsfrequenz im Motivgesang exakt beibehalten.
  • 5
    Als syntaktische Merkmale ergeben Strophendauer und Elementdauer der Motivgesänge keine, das Gesangstempo ergibt jedoch eine signifikante negative Korrelation mit den Gewichtswerten.
  • 6
    Die Dauer der formkonstanten Kurzelemente in den Alarmrufen korreliert positiv mit dem Körpergewicht der Arten.
  • 7
    In der Diskussion wird auf die Bedeutung dieser konstitutionsbedingten Größen für ontogenetische und phylogenetische Anpassungsprozesse eingegangen. Merkmale, die hoch mit dem Körpergewicht korrelieren, dürften bei den betroffenen Arten in der Stammesgeschichte nur indirekt mit der Körpergröße, nicht aber direkt durch adaptive Prozesse verändert worden sein. Es ergeben sich Hinweise, daß sie auch Lernvorgängen nicht ohne weiteres zugänglich sind. Jede einzelne Art kann jedoch in dieser Hinsicht verschieden konstruiert sein.