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Abstract

The courtship behaviors of 6 species of cockroaches of the genera Periplaneta and Blatta are described. An ethological analysis of the sensory modalities employed in communication during these behaviors is presented. Courtship is remarkably stereotyped within species as well as being extremely similar among the different species. Courtship is initiated by a volatile female sex pheromone while later stages are mediated by tactile stimuli. A less volatile male pheromone appears to be important as well. A functional analysis of the sexual behaviors is presented.

Zusammenfassung

Das Sexualverhalten von 6 Schabenarten der Gattungen Periplaneta und Blatta wird beschrieben. Die Balz ist am einfachsten, wenn das ♀ paarungs-bereit ist. Jungfräuliche ♀ ♀ erzeugen ein flüchtiges Pheromon, das die ♂ ♂ anlockt. Berühren diese ein ♀, so drehen sie sich um, heben die Flügel und schieben sich rückwärtsgehend unter das ♀, das daraufhin am Tergum des ♂ frißt. Das ♂ stößt weiter mit seinem Abdomen nach hinten und stülpt die Phallomere aus, bis es die weiblichen Genitalien erreicht. Danach beginnt das ♂, sich um 180° zu drehen. In dieser “entgegengesetzten Stellung” verbleiben die Tiere während der Kopulation, die 30 min bis 3 h dauert.

Die Intensität der Balz wird weitgehend durch die Konzentration des weiblichen Sexualpheromons in der Versuchskammer bestimmt. Dieses Pheromon löst bei den ♂ ♂ derselben Art Aufmerksamkeit und vermehrte und gerichtete Bewegung aus. Wenn sie ein ♀ mit den Fühlern berühren, heben sie die Flügel. Paarungsbereite ♂ ♂ verharren bewegungslos, nicht paarungsbereite rennen weg oder zeigen Aggressivität. Dieses Abwehrverhalten können die ♀ ♀ auch während einer späteren Phase der Balz zeigen. Manche der ♂ ♂ flattern dann mit den Flügeln.

Eine Analyse von Filmaufnahmen zeigt, daß bei allen erfolgreichen Kopulationen die Drehung von den ♂ ♂ eingeleitet wird. Beide Partner können jedoch während der Paarung ihre Stellung ändern.

Die Balz dieser 6 Arten ist erstaunlich einheitlich und zeigt sowohl interals auch intraspezifisch kaum Variationen. Die größten Unterschiede zeigen sich im Flügelheben; sie sind jedoch weitgehend auf den Grad der seitlichen Abspreizung und einige andere geringe Aspekte beschränkt. Das Balzverhalten von P. americana weicht stärker von dem der anderen 5 Arten ab, es ist variabler.

Geruch und Berührung sind die wichtigsten Sinnesmodalitäten in der Balz. Das weibliche Sexualpheromon löst den Beginn der Balz des ♂ aus. Das Flügelheben wird jedoch normalerweise durch Berührungsreize ausgelöst, die allein auch die späteren Stadien des Balzverhaltens auslösen. Aufsteigen und Freßverhalten der ♀♀ scheinen durch ein Sexualpheromon des ♂ ausgelöst zu werden.

Das Sexualverhalten dient vielen Zwecken: der Übertragung der Gameten, der Unterscheidung der Geschlechter, der Erkennung der Paarungsbereit-schaft, der Anlockung eines entfernten Partners, der Erregung usw. Bei der Anlockung eines entfernten Partners sind außer den Sexualpheromonen möglicherweise noch Substratvibrationen wichtig, die eines der Tiere veranlassen, zu seinem Partner zu kommen. Die Schaben- ♂ ♂ werden durch das weibliche Sexualpheromon erregt. Der Grad der Erregung wird jedoch durch Berührungsreize von anderen, sich bewegenden Tieren aufrecht erhalten. Die ♂ ♂ können das Geschlecht anderer Individuen erkennen, können diese Fähigkeit aber sowohl im Labor als auch im Freiland verlieren. Die Paarungsbereitschaft der ♀♀ scheint am Sexualpheromon erkannt zu werden, die Reaktion des ♀ auf die Balz des ♂ scheint aber ebenfalls von Bedeutung zu sein. Weitere Funktionen des Sexualverhaltens werden kurz diskutiert.