Ökologische Prägung und Proteinbiosynthese. Versuche mit Drosophila melanogaster Meigen

Authors

  • Doz. Dr. Helmut Laudien,

    Corresponding author
    1. Zoologischen Institut der Universität Kiel, Lehrstuhl für Zoophysiologie
      Hegewischstr. 3, D-2300 Kiel 1.
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  • Dipl.-Biol. Hans-Helmut Iken

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    1. Zoologischen Institut der Universität Kiel, Lehrstuhl für Zoophysiologie
      Hegewischstr. 3, D-2300 Kiel 1.
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Hegewischstr. 3, D-2300 Kiel 1.

Abstract

Abstract

According to the “host selection principle”, butterflies and other herbivorous insects preferentially lay their eggs on those plant races that they fed on when young. This is also true for karpophagic and parasitic insects. The selection of specific chemical conditions could be either inherited or acquired. If learned information determines host selection, we have a case of imprinting, as a) reception and use of the information are not simultaneous, and b) there is no reward.

In experiments with Drosophila melanogaster we marked the egg deposition medium with ethanol, acetic acid, peppermint oil, or benzaldehyd. The flies spontaneously prefer mediums with ethanol and acetic acid, and reject peppermint oil and benzaldehyd. If they are reared in one of these media, the preference for it is increased, or the rejection rate lowered. Rearing with actinomycin C neutralizes the effect of the other markers. It is concluded that actinomycin C blocks imprinting on the egg deposition substrate in Drosophila melanogaster.

Zusammenfassung

  • 1♀ ♀ von Drosophila melanogaster Meigen legen Eier auf Medien ab, die sich durch chemische Stoffe als geeignet ausweisen. Sind solche Medien nicht vorhanden, so werden die Eier bis auf einen geringen Prozentsatz zurückgehalten.
  • 2Äthanol und Essigsäure sind Substanzen, welche die Eiablage auslösen. Sind im Medium dagegen Pfefferminzöl bzw. Benzaldehyd vorhanden, so werden nur wenige Eier abgelegt.
  • 3Nach Aufzucht in Medien, die eine spontan bevorzugte Substanz enthalten, ist bei Wahlversuchen eine Steigerung der Eiablage auf demjenigen Medium zu beobachten, welches die Substanz des Zuchtmediums enthält.
  • 4Nach Zucht in Medien, die eine spontan abgelehnte Substanz enthalten, ist bei Wahlversuchen eine Verminderung der Ablehnung festzustellen, wenn das Ablage-Medium die Substanz des Zuchtmediums enthält. Diese Veränderung der spontanen Wahltendenz macht sich besonders stark bemerkbar, wenn bei der Wahl das spontan abgelehnte Zuchtmedium sowie ein anderes abgelehntes Medium geboten werden. Das ursprünglich spontan abgelehnte Zuchtmedium wird dann bevorzugt.
  • 5Die Wahltendenz für das Zuchtmedium wird vermindert, wenn während der Larvalentwicklung Actinomycin C im Medium enthalten ist. Es liegen somit erstmalig Ergebnisse vor, nach denen ein Zusammenhang zwischen Proteinbiosynthese und Prägung vermutet werden kann.
  • 6Es wird diskutiert, wie diese Prägung die Metamorphose übersteht und welche Konsequenzen sich aus den Versuchen für eine allgemeine Gedächtnistheorie ergeben.

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