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Abstract

Relationships between aggression and sexual behavior were examined in 6 cockroach species (genera Periplaneta and Blatta) in a descriptive manner. Aggressive encounters were classified according to intensity level. The behaviors themselves were scrutinized for differences according to varying contexts such as food and water deprivation and sexual situations. Sexual and species differences in aggressive behaviors were analyzed. Sexual encounters in cockroaches are considered as conflict situations in which many of the sexual behaviors of ♂ ♂ serve to neutralize aggressive behaviors of the ♂. Major adaptations include a male pheromene, tergal glands and defensive manoeuvering with body and legs.

Zusammenfassung

Die Beziehungen zwischen Aggressions- und Sexualverhalten wurden an 6 Schabenarten der Gattungen Periplaneta und Blatta untersucht. Die mit Aggression verbundenen Verhaltensmuster werden beschrieben: Beißen, Treten, Strecken der Beine, Flattern mit den Flügeln und Bewegungen des Abdomens. Diese einfachen Bewegungsmuster werden zeitweise miteinander oder mit Fortbewegungen verbunden und ergeben so komplexere Verhaltensmuster.

Das aggressive Verhalten wird in vier Stufen aufsteigender Intensität eingeteilt und unter verschiedenen Bedingungen untersucht. 1. wurden die Tiere ohne Futter oder Wasser gehalten. Beide Geschlechter zeigten viel Aggressions-verhalten der dritten und vierten Stufe. 2. wurden getrenntgeschlechtliche Gruppen in den ersten 24 h, die sie in einer neuen Umgebung verbrachten, untersucht. Die ♀♀ aller Arten waren aggressiver als die ♂ ♂. Die Anzahl der aggressiven Akte nahm während der 24 h ab. 3. wurde Aggression während sexueller Interaktionen untersucht. Hierbei waren die ♀♀ aggressiver als die ♂ ♂. Handlungen der vierten Stufe waren selten, da die ♂ ♂ kein Aggressionsverhalten zeigten. Unterschiede zwischen den Arten zeigten sich vor allem in der relativen Häufigkeit der verschiedenen aggressiven Akte.

Mehrere Funktionen des Sexual- und des Aggressionsverhaltens werden diskutiert. Die sexuellen Begegnungen der Schaben werden als Konfliktsituationen gesehen, in denen häufig Aggressionen vorkommen. Aus der engen funktionellen Beziehung zwischen Aggressions- und Balzverhalten wird gefolgert, daß das Balzverhalten der ♂ ♂ sich zum großen Teil entwickelt hat, um den gefährlichen und/oder distanzvergrößernden Effekt der Aggression zu neutralisieren. Die wichtigsten Anpassungen sind die männlichen Pheromone, die die Aufmerksamkeit der ♀♀ ablenken, die Tergaldrüsen, das Verhalten, das Angriffe abzuwehren hilft, und die Organisation der Verhaltenskomponenten in stereotype Sequenzen.

Balzverhalten entwickelt sich durch Ritualisierung. In diesem Konzept sind eine Anzahl verschiedener Prozesse enthalten; mehrere von ihnen scheinen bei der Evolution des Balzverhaltens der Schaben eine Rolle gespielt zu haben.