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Abstract

It was the aim of this study to find out whether additional information from the sun and the stars during early development leads to an improvement in the young birds' non-visual orientation performance during their first autumn migration period. The results indicate that the birds' ability to determine their migratory direction can mature independently of celestial information. Celestial cues, however, appear to be involved in the normal maturation process of migratory orientation, since the availability of celestial information during ontogeny tends to impair the birds' non-visual orientation.

Zusammenfassung

Nestjunge Gartengrasmücken (Sylvia borin) wurden von Hand aufge-zogen. Dabei konnte ein Teil der Vögel den natürlichen Himmel beobachten, während die anderen weder Sonne noch Sterne sehen durften. Während des ersten Herbstzuges wurden die nächtlichen Richtungstendenzen beider Gruppen im natürlichen Erdmagnetfeld ohne Sternsicht registriert. Bei den Vögeln, die die Sonne und die Sterne kannten, ließen sich keine Richtungsbevorzugungcn nachweisen. Die Vögel, die niemals die Sonne oder die Sterne gesehen hatten, zeigten dagegen signifikante Richtungsbevorzugungen, die der normalen Zug-richtung entsprachen.

Diese Befunde führen zu dem Schluß, daß die Fähigkeit, die Zugrichtung zu bestimmen, sich unabhängig von Himmelsmarken entwickelt, was dafür spricht, daß ein nicht-visuelles Orientierungssystem — wahrscheinlich der Magnetkompaß — das Bezugssystem für die angeborene Zugrichtung darstellt. Die schlechte Orientierung der Vögel, die die Sonne und die Sterne während ihrer Aufzucht gesehen hatten, ist jedoch als Hinweis zu werten, daß Himmelsmarken normalerweise bei der Entwicklung der Zugorientierung beteiligt sind; die Rolle dieser Marken ist allerdings noch völlig unklar.