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Abstract

In Part I data are presented on the relationship between song repertoires and territory in the chaffinch (Fringilla coelebs), on the ways in which individual males use their repertoires, and on the responses they show to song playback both inside and outside their territories. In Part II theories which have been put forward to account for the existence of song repertoires are discussed and criticised, and their possible relevance to this species examined. It is suggested that the most plausible reason for repertoires in chaffinches is that birds which possess them are more likely to be able to produce songs which intruders and neighbours find aversive.

Zusammenfassung

Das Repertoire des Buchfinken (Fringilla coelebs) umfaßt ein bis sechs Gesangstypen. Es konnte keine Beziehung zwischen der Größe des Reviers und der des Repertoires gefunden werden, auch keine zu dessen Beschaffenheit, die in der Annahme untersucht wurde, daß häufige Gesangstypen wirksamer sind als seltene. Die einzelnen Gesangstypen im Repertoire des Männchens ertönen oft mit unterschiedlicher Häufigkeit. Tonbandwiedergabe von Gesang innerhalb seines Reviers veranlaßt das Männchen zu rufen oder über dem Lautsprecher auf und ab zu fliegen. Bel starker Reaktion hört das Tier auf zu singen. Tonbandwiedergabe in einem benachbarten Revier löst Annäberung und Gesang auf. Dabei neigen die Tiere dazu, ihren eigenen Gesang dem dar-gebotenen anzupassen, vorausgesetzt, dieser ist im eigenen Repertoire ent-halten. Diese Angleichung ist jedoch nicht sehr stark ausgeprägt und wird durch die geringe Veränderlichkeit der Gesangsfolgen eingeschränkt.

Diese Befunde, zusammen mit denen aus vorangegangenen Arbeiten über dieselbe Art, erlauben einige Betrachtungen über die vermutliche Bedeutung von Gesangsrepertoires. Die Befunde sprechen gegen die Deutungen, die Repertoires der Buchfinken seien entstanden, weil verschiedene Gesangstypen unter-schiedliche Funktionen haben oder weil Weibchen diejenigen Männchen bevor-zugen, die die größeren Repertoires besitzen; oder weil größere Repertoires Habituation verhindern; oder weil sie die Gegenwart mehrerer Individuen vortäuschen; oder weil sie ein Maß für das Alter oder die Besitzdauer sind. Bei einer Art wie Buchfinken, die ihre Gesänge gewöhnlich sehr genau lernen, liegt ihre Bedeutung am wahrscheinlichsten in der Fähigkeit, die eigenen Gesänge denen anderer Individuen anzugleichen. So kann es dazu kommen, daß der Revierinhaber dasselbe singt wie Nachbarn oder Eindringlinge, oder er singt etwas, daß nicht zu ihren Gesängen paßt, sie aber aufgrund früherer Erfahrungen abstößt. Neben einer Reihe anderer Gründe, die für letztere Funktion sprechen, wird auch angenommen, daß es für junge Männchen vor-teilhaft sein kann, wenn sie Gesänge haben, die denen des vorangegangenen Revierbewohners gleichen.