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Abstract

Part 1:

The preferences of adult male and female Haplochromis burtoni, which either grew up only with conspecifics, or only with members of a foreign species Cichlasoma nigrofasciatum, for visual and chemical sexual cues produced by each species, were tested and compared. A double-choice apparatus was designed, in which each single test fish could be presented simultaneously with either visual cues alone of ♂♂ and ♀♀ of each species, or chemical cues alone of ♂♂ and ♀♀ of each species.

Part 2:

In order to test the stability over time of the learned preferences shown by the test fish in Part 1, the fish which had grown up with C. nigrofasciatum were put together with conspecifics. At the same time, the test fish which had grown up with conspecifics were put together with C. nigrofasciatum, each individually. 6 months later, all animals were tested again in our double choice apparatus, their responses compared with one another and with their previous responses in Part 1.

Zusammenfassung

Adulte männliche und weibliche Haplochromis burtoni sind entweder zusammen mit arteigenen oder artfremden Fischen großgezogen worden. Ein Vergleich der Präferenzen dieser Fische für visuelle und chemische Signale, die durch ♂♂ und ♀♀ der beiden Aufzuchtarten erzeugt werden, wurde durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, daß Lernprozesse besonders in der Unterscheidung männlicher optischer und chemischer Signale (sowohl bei ♂♂ als auch bei ♀♀) und dem Geruch eines laichbereiten ♀ (nur bei ♂♂) beteiligt sind. Im Gegensatz hierzu werden sowohl ♂♂ als auch ♀♀ von weiblichen optischen Signalen angelockt, selbst wenn sie niemals zuvor ein arteigenes ♀ gesehen hatten. Die Ergebnisse lassen in diesen Fällen die Vermutung zu, daß die Fische stärker auf das allgemeine Signal “Helle Färbung” als auf spezifischere optische Signale der ♀♀ reagieren. Geschlechtsspezifische Unterschiede des Lernens hängen weniger von variabler Ausprägung der “Stärke” des Lernprozesses als von einer unterschiedlichen Gewichtung der Reizart (optisch oder chemisch) ab, auf die sich ♂♂ oder ♀♀ bei dem Erlernen der Charakteristiken des anderen Geschlechtes stützen.

♀♀ lernen das optische Erscheinungsbild des ♂, ♂♂ lernen den Geruch des laichbereiten ♀.

Wenn ein Testfisch mit artfremden Fischen aufgezogen wurde, so kann daran anschließende Erfahrung mit arteigenen Fischen die Bevorzugungen, die gegenüber den chemischen und optischen Signalen der artfremden Species entwickelt wurden, zwar neutralisieren, jedoch nicht aufheben.

Die mögliche biologische Bedeutung solcher Lernprozesse und ihr Bezug zur Prägung wurden diskutiert.