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Abstract

The vocal repertoire of guinea fowl was studied in small social groups of birds. Acoustic properties of calls and the concomitant behavioural situation were analyzed in detail in order to reveal the messages transferred by the signals, and the principles of coding used to encode these messages. Such knowledge allows an adequate interpretation of the animal's communication, its competence as well as its limits. Furthermore, indications are provided of neural mechanisms which are required for the perception and discrimination of different, biologically relevant acoustic signals.

Zusammenfassung

Im Laufrepertoire des Perlhuhns können fünf akustische Grundstrukturen (“characteristic dimensions”) unterschieden und als Lautgruppen definiert werden, die fünf generellen Verhaltenstendenzen zugeordnet sind:

Langsame Frequenzmodulationen von “peep calls” signalisieren allgemeine Aktivität.

Rasche, periodische Frequenzmodulationen von “trill calls” begleiten gezielte Aufmerksamkeit, die durch äußere Reize hervorgerufen wurde.

Verrauschte harmonische Spektren mit tiefer Grundfrequenz in “noisy calls” weisen auf aggressive Interaktionen.

Harmonische Spektren mit tiefer Grundfrequenz und scharf begrenzten Formanten in “squeal calls” begleiten defensives Verhalten.

Harmonische Spektren mit hoher Grundfrequenz und Amplitudenmodulationen in “harmonic calls” weisen auf einen Sender, der zu sozialen Interaktionen bereit ist.

Jede der fünf Lautgruppen läßt sich in mehrere Lauttypen unterteilen (charakterisiert durch unterschiedliche parametrische Bereiche der “characteristic dimension” oder zusätzliche akustische Dimensionen), die jeweils unterschiedlichen Aspekten einer allgemeinen Verhaltenstendenz zugeordnet sind.

Obwohl der größte Teil des Repertoires graduiert ist (d. h. zwischen den Lauttypen bestehen keine abrupten akustischen Grenzen), zeigen die Antworten der Empfänger, daß sie die verschiedenen Lauttypen unterscheiden. Sie reagieren adäquat entweder auf den Sender oder auf offensichtlich erwartete Außenreize. Dies führt zum Schluß, daß Nachrichten über die Verhaltenstendenz des Senders und seine Artzugehörigkeit (für einige Laute noch detaillierter sein Geschlecht, seinen Status, seine Individualität) übertragen werden, sowie über das Vorhandensein bestimmter Klassen von Außenreizen. Außenreize werden vom Sender subjektiv klassifiziert, entsprechend ihrer augenblicklichen Bedeutung für den Sender.