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Abstract

In a comparative behavioral study two European squirrels (Sciurus vulgaris Linné 1758) and two Asian burunduks (Eutamias sibiricus [Laxmann 1769]) each learnt to open an increasing number of different fastenings of two kinds of boxes containing a food reward. Learning ability and manipulating behavior showed many similarities in both species. At the end of the experiments the animals were able to perform an action chain in which they had to undo 9, 10, or 11 fastenings. The animals opened the devices with mouth, teeth, or fore-paws, but used mouth and teeth almost exclusively for some tasks. It is supposed that the rapid performance of the action chain is steered by a dominant concept of a goal. — The ability of problem solving in squirrels and burunduks is comparable with similar abilities of raccoons and kinkajous.

Zusammenfassung

  • 1
    Zwei Eichhörnchen (Sciurus vulgaris Linné 1758) und zwei Streifen-hörnchen (Eutamias sibiricus Laxmann 1769) lernten an je 2 verschiedenen Problemboxen eine zunehmende Anzahl verschiedenartiger Verschlüsse zu öffnen, um im Innern der Box an eine Futterbelohnung zu gelangen.
  • 2
    Die Eichhörnchen öffneten insgesamt 16 (♂) bzw. 15 (♀) Verschlüsse und mußten dabei 11 verschiedene Manipulationen durchführen. Das Streifen-hörnchen-♂ löste 17 Verschlüsse, von denen 13 unterschiedliche Manipulationen erforderten. Das ♀, das vorzeitig aus den Versuchen ausschied, brachte es auf 9 Verschlüsse mit 8 verschiedenen Öffnungsmechanismen.
  • 3
    Die Tiere beherrschten Problemketten mit folgender Anzahl hintereinandergeschalteter verschiedenartiger Verschlüsse: Eichhörnchen-♂ 10, ♀ 9; Streifenhörnchen-♂ 11. Damit gehen ihre Leistungen über die bislang bei Ratten bekannten hinaus.
  • 4
    Beim Öffnen der Verschlüsse verhielten sich Eichhörnchen und Streifen-hörnchen ähnlich: Sie setzten Schnauze, Zähne und Vorderpfoten ein, wobei Schnauze und Zähnen der Vorzug gegeben wurde.
  • 5
    Eichhörnchen und Streifenhörnchen öffneten einen unbekannten Verschluß zunächst zufällig. Nach einer Anzahl erfolgreicher Lösungen wurden unnütze Bewegungen eliminiert und individuelle Lösungsstrategien entwickelt, die die Tiere in den folgenden Versuchen beibehielten. Dadurch waren sie in der Lage, nacheinander eine Anzahl von Verschlüssen in kürzester Zeit zu lösen.
  • 6
    Aufgrund der Ausdauer beim Lösen neuer Probleme und des zügigen und zielstrebigen Verhaltens bei der Abhandlung der Problemketten darf angenommen werden, daß außer einem Manipuliertrieb eine dominante Ziel-vorstellung das Handeln leitete.
  • 7
    Aus einem Vergleich dieser Ergebnisse mit den an Procyoniden gewonnenen ergibt sich, daß Eichhörnchen und Streifenhörnchen im Erlernen von Manipulationen und Handlungsfolgen den Kleinbären kaum nachstehen.