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Abstract and Summary

The Conflict between Aggression and Drinking Tendency in Paper Wasps. Experiments at an Artificial Food Source

At a food source giving sucrose solution several activities were measured for Paravespula germanica and P. vulgaris. In some visits the wasp was experimentally disturbed either by releasing aggressive behaviour (using a black rod or another captive wasp) or by withdrawing the sucrose solution for a while. The following activities were examined: “waiting time” (Saugwartezeit), position of the antennae, duration of the interruption of drinking due to the disturbance, the number of preening movements, their time distribution during a visit and parts preened.

Visual stimuli release aggressive behaviour and the movement of the object is of decisive significance. Aggressive behaviour can be released at any time during the visit. The duration of the interruption in drinking does not change in the course of the visit.

If wasps wrestle at the food source no dead foragers are observed even after numerous combats.

If drinking is disturbed, the frequency of all released preening movements does not depend upon aggressive release or withdrawal of solution. When the preening movements appear depends upon the two types of disturbance.

Preening before departure does not differ for the disturbed visits and controls. Parts preened during the drinking interruption differ for each experimental situation. Spatial distributions occurring after the interruption and before departure are not different for aggressive behaviour and solution withdrawal.

Waiting time is interpreted as representative of the drinking tendency and antennae position of the tendency to depart. Duration of the drinking interruption after disturbance corresponds to the strength of the aggressive tendency. Preening movements are thought to indicate disinhibition of the preening tendency owing to mutual inhibition of conflicting tendencies (1) to show aggression or drink, (2) to depart or drink. The interpretation corresponds to the disinhibition hypothesis for displacement activities.

Zusammenfassung

  • 1
    An einer Saccharoselösung spendenden Futterquelle wurden im Verlauf eines Besuchs sich ändernde Verhaltensweisen von Sammelwespen (Paravespula germanica und P. vulgaris) gemessen. Bei unbeeinflußten Besuchen wurden registriert: Saugwartezeit, Fühlerstellung, Anzahl der Putzbewegungen und ihre Verteilung auf die Körperpartien. Bei anderen Besuchen wurde in den Saugvorgang experimentell eingegriffen, indem entweder durch eine Störung aggressives Verhalten ausgelöst oder die Zuckerlösung eine Zeitlang entzogen wurde. Dabei wurden aufgezeichnet: Dauer der durch die Störung ausgelösten Saugunterbrechung, Anzahl der Putzbewegungen, das zeitliche Auftreten der Putzbewegungen während des Besuchs und ihre Verteilung auf die Körperpartien.
  • 2
    Visuelle Reize lösen aggressives Verhalten aus; dabei ist die Bewegung des Objekts von entscheidender Bedeutung.
  • 3
    Kämpfen Wespen an der Futterquelle miteinander, gibt es auch nach zahlreichen Kämpfen keine toten Sammlerinnen.
  • 4
    Aggressives Verhalten läßt sich durch eine Störung zu jedem Zeitpunkt des Besuchs auslösen. Die Dauer der so hervorgerufenen Saugunterbrechung ändert sich im Verlauf des Besuchs nicht (Abb. 2).
  • 5
    Die Saugwartezeit ist während eines großen Zeitabschnitts der Saugdauer etwa gleich lang, gegen Saugende wird sie kürzer (Abb. 3, oben). Die Wespe hält ihre Fühlergeißeln während des gesamten Besuchs von der Kapillare weit weg (Abb. 3, unten).
  • 6
    Greift man in den Saugvorgang experimentell ein, putzt sich die Wespe in der ausgelösten Saugunterbrechung, unmittelbar nach dieser und — wie bei unbeeinflußten Besuchen — kurz vor dem Abflug. Die Häufigkeit der insgesamt ausgelösten Putzbewegungen unterscheidet sich bei Besuchen mit Störung nicht von der bei Besuchen mit Lösungsentzug. Dagegen ist das Zeitmuster der Putzbewegungen während des Besuchs in beiden Fällen unterschiedlich (Abb. 4).
  • 7
    Das Putzen kurz vor dem Abflug unterscheidet sich bei Besuchen mit experimentellem Eingreifen nicht von dem bei unbeeinflußten Besuchen. — Die in der Saugunterbrechung auftretenden Putzbewegungen sind bei verschiedenartigem experimentellen Eingreifen unterschiedlich auf die Körperpartien verteilt. Die räumlichen Verteilungen der sonst im Verlauf des Besuchs auftretenden Putzbewegungen unterscheiden sich bei Besuchen mit Störung nicht signifikant von denen bei Besuchen mit Lösungsentzug (Abb. 5). — Löst man aggressives Verhalten statt durch einen bewegten Stift durch eine “Wespe unter Glas” aus, so unterscheiden sich die in beiden Fällen registrierten Verteilungen der Putzbewegungen auf die Körperpartien nicht signifikant (Abb. 6).
  • 8
    Die Saugwartezeit drückt die Saugtendenz aus, die Fühlerstellung die Abflugtendenz. Die Stärke der Angriffstendenz spiegelt sich in der Dauer der durch eine Störung hervorgerufenen Saugunterbrechung wider.

Das Zustandekommen der bei experimentellem Eingreifen auftretenden Putzbewegungen wird erklärt durch Enthemmung der Putzbereitschaft infolge gegenseitiger Hemmung von Angriffs- und Saugtendenz einerseits bzw. Abflug- und Saugtendenz andererseits. Die Deutung entspricht der Enthemmungshypothese für Übersprunghandlungen.