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Abstract

A case study of infanticide in a group of red colobus monkeys (Colobus badius tephrosceles) is described from the Kibale Forest, Uganda. It is the first documented case in non-human primates of infanticide in a patrilineal social organization committed by a male within his natal group. Furthermore, it is the first documented record of infanticide for an African colobine as well as for any colobine living both in mature rain forest and relatively free from human disturbance. We describe changes in social relations and behavior accompanying the infanticidal attacks and discuss the relevance of this case to prevalent hypotheses on infanticide by male primates, kin selection, female counterstrategies, and demography.

Zusammenfassung

Beschrieben wird mit alien wünschenswerten Begleitumstanden ein Fall von Kindstötung beim Roten Stummelaffen, Colobus badius. Es ist der erste beschriebene Fall von afrikanischen Colobinen, die im natürlichen Regenwald ohne menschliche Beeinflussung leben. Es ist dariiber hinaus die erste gut dokumentierte Kindstötung bei einem nichtmenschlichen Primaten mit patrilinearer Sozialstruktur, die ein Männchen in seinem elterlichen Trupp verübte. Innerhalb von 5 Monaten tötete dieses Männchen ein Junges sicher, zwei andere wahrscheinlich und verwundete ein weiteres schwer.

Dieses Männchen war körperlich und sozial frühreif und hatte wahrscheinlich einen nicht zum Trupp gehörenden Vater (die getöteten Jungen stammten also wohl nicht von mit ihm verwandten Männchen). Kopulationen mit Weibchen im Trupp begann er erst später, totete also sicher keine eigenen Kinder. Er attackierte alle Jungen des Trupps, die jünger als 6,5 Monate waren, nur nicht das Kind seiner eigenen Mutter. Zwei der drei weiteren Truppmännchen versuchten, die angegriffenen Kinder zu verteidigen; von den Weibchen taten es nur die jeweiligen Mütter.

Die Mütter der getöteten Kinder kopulierten weniger als 2 Wochen danach mit dem Töter-Männchen. Zwei dieser Weibchen brachten nach weniger als dem halben normalen Zwischengeburtsabstand ein Kind zur Welt. Heterosexuelles Verhalten stieg während der Tötungsphase an, vor allem auf Einladung der Weibchen. 51% aller Kopulationsabläufe bestritt das Töter-Männchen.

östren nach einer Konzeption waren während der Tötungsphase häufiger als davor oder danach. Die weiblichen Paarungseinladungen könnten als Beschwichtigung oder zur Vortäuschung der Vaterschäft gedient haben. Das Männchen attackierte keine Kinder von Weibchen, mit denen er kopuliert hatte, selbst waUhrend ihrer Schwangerschaft.

Mütter mit Kleinkindern mieden dieses Männchen (und hielten sich an die anderen Truppmännchen), wenn sie ihr Kind trugen, nicht aber, wenn sie ohne das Kind waren. Während der Tötungsphase stieg das weibliche Grußverhalten gegenüber Männchen auf das 1Ofache an, 91% davon richteten sich gegen das Töter-Männchen. Auch männliche Aggression gegen Mütter mit Kindern stieg drastisch an, 83% davon gingen vom Töter-Männchen aus.

Aggression zwischen den Truppmännchen stieg in dieser Phase ebenfalls an; 6–7 Monate nach dem ersten Kindermord war das Töter-Männchen dominant, d. h. er zeigte das Dominanzverhalten und bedrohte und verfolgte andere kopulierende Paare.

Die adaptive Bedeutung solchen Verhaltens wird erörtert.