SEARCH

SEARCH BY CITATION

Zusammenfassung

Die Untersuchungen befassen sich zunächst mit der Lebensweise und dem Verhalten aphidivorer Schwebfliegen. Danach wird gezeigt, daß die Kulturmaßnahmen keinen wesentlichen direkten Einfluß auf die Beziehungen zwischen diesem Schädling und semen natürlichen Feinden haben. Bei ihnen wirkt sich die Tätigkeit des Menschen lediglich in seiner Gestaltung ihrer Umweltbedingungen aus. Hohe Populationsdichten zahlreicher Feinde zeigen, daß unter diesen Verhältnissen nicht nur für A. fabae günstige Vermehrungsbedingungen herrschen. Als wesentliche Ursachen für das trotzdem häufige Versagen der natürlichen Feinde wird der Zusammenbruch der meisten Aphidenpopulationen im Hochsommer und die bis etwa Anfang September anhaltende Stagnation der Blattlausvermehrung angesehen. Dadurch wird vielen Feinden schon lange vor der Winterruhe die Nahrungsgrundlage entzogen, so daß sie im nächsten Frühjahr nur noch in geringer Dichte vorkommen. Eine weitere Möglichkeit für das Versagen der Feinde kann darin bestehen, daß sie als früh im Jahr aktive Arten zunächst auf die außerhalb der Kulturfelder liegenden Blattlausvorkommen angewiesen sind und dadurch von einer mit den Blattläusen gleichzeitigen Besiedlung der Kulturfelder abgehalten werden. Dieser Fall trifft in unserer Gegend nicht zu, doch müssen noch die Verhältnisse in Gebieten mit einer anderen Landschaftsstruktur (wenig Wald und Hecken) nachgeprüft werden.

Als Ursache für den Zusammenbruch der Blattlausgradation im Sommer 1959 lassen sich hohe Temperaturen ausschalten. Bedeutungsvoll für den Rückgang der Vermehrung dürfte dagegen die Nymphenbildung, eine Einengung der den Blattläusen zur Verfügung stehenden Pflanzenfläche, evtl. eine Verschlechterung der Nahrungsgrundlage sowie die Wirkung der natürlichen Feinde gewesen sein. - Um einen Überblick über den möglichen Einfluß der Feinde zu erhalten, werden Modellberechnungen durchgeführt. - Als Grund für die Stagnation der Vermehrung im August vermuten wir einen Einfluß der Tageslänge in Verbindung mit höheren Temperaturen.

Die Versuchsergebnisse gestatten hinsichtlich des Bestehens von Beziehungen zwischen Schädlingen und ihren natürlichen Feinden den Schluß, daß eine Aufklärung nicht durch die Frage nach Biozönosekriterien (Konstanz der Arten bei Wegfall der Bewirtschaftung usw.) möglich ist. Hierzu ist die Kenntnis der Lebensweise der jeweiligen Arten unumgänglich. Sie ist dafür entscheidend, ob die Art von den Kulturmaßnahmen getroffen wird oder nicht. Welche Bedeutung schließlich eine Art resp. die Beziehungen zwischen den Arten erhalten, hängt davon ab, wie sie sich mit den vom Menschen geschaffenen Umweltbedingungen auseinandersetzen können. Deshalb ist zur Beurteilung der Bedeutung von natürlichen Feinden auf Kulturfeldern die Kenntnis der jeweiligen Verhältnisse notwendig.