Soziale und solitäre Bienen (Apoidea) als Nahrung der Kohlmeise (Parus major L.)

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Abstract

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The great titmice (Parus major L.) feeding social and solitary bees (Apoidea). Investigations of bumblebee population structure and dynamics prove that great titmice can periodically feed on Apoidea to a considerable degree. In 1972 and 1973, in each case during the spring, beside 70 solitary bees 130 Bombus- and Psithyrus-♀♀ picked apart by great titmice were collected in the Botanical Garden of Kiel. — The most endangered were the Bombus hypnorum and the Andrena fulva.

The death rate attributable to this bird-feed has turned out to be dependent on the course of temperature and sunlight. This was evident not only over longer time periods, but also over the course of a day. Apoidea were especially jeopardized at temperatures ranging from 13°–21° C. A sudden temperature rise after a prolonged period of inclement weather revealed itself as particularly unfavourable. During the spring Apoidea were consumed in two distinctly demarcated time periods, which is explained by the two separate broods of titmice.

The great titmice captured bumblebees and other wild bees almost exclusively on blossoms. The preparation of their food happened in the following manner: detachment of the stinger (along with frequent severance of the distal segments), ingestion of the abdomen - segmentation of the thorax and the removal of its contents. There are indications that the affixation of titmice nest-boxes can affect bee populations together with their pollination intensity, i.e. in fruit-growing areas.

Zusammenfassung

Bei Untersuchungen zur Populationsstruktur und Populationsdynamik der Hummeln stellte sich heraus, daß diese zeitweilig in größerem Ausmaß von Kohlmeisen gefressen werden können. Neben 70 solitären Apiden wurden 1972 und 1973 jeweils im Frühjahr 130 durch Kohlmeisen zerlegte Bombus- und Psithyrus-♀♀ im Botanischen Garten der Stadt Kiel eingesammelt. Am stärksten gefährdet waren Bombus hypnorum und Andrena fulva.

Die auf Vogelfraß zurückzuführende Mortalitätsrate erwies sich als abhängig von Temperatur- und Sonnenscheinverlauf. Das zeigte sich sowohl über längere Zeiträume als auch im Tagesverlauf. Bei Temperaturen von 13°–21° C waren Apiden besonders gefährdet. Als ausgesprochen ungünstig wirkte sich nach längerer Schlechtwetterperiode ein plötzlicher Temperaturanstieg aus.

Die Apiden wurden im Frühjahr in zwei klar getrennten Zeiträumen gefressen. Dies wird auf zwei Meisenbruten zurückgeführt.

Kohlmeisen erbeuteten Hummeln und andere Wildbienen fast ausschließlich auf Blüten. Die Nahrungsaufbereitung erfolgte in folgender Weise: Entstachelung (dabei häufig Abtrennen der letzten Segmente) und Ausfressen des Abdomens, Aufhacken des Thorax und Herausnahme des Inhalts.

Auf mögliche Auswirkungen, die sich durch Anbringen von Kohlmeisen-Nistkästen auf Bienenpopulationen und auf die damit in Zusammenhang stehende Bestäubungsintensität z. B. in Obstanbaugebieten ergeben, wird hingewiesen.

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