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Selim's Sisters: Muslim Women in Novels by Uwe Timm and Hermann Schulz

Authors


ABSTRACT

Against the backdrop of the fact that German writers with a German background do not seem to be very interested in casting Germans with a migrant background as their literary characters, this paper focuses on two of the rare exceptions that deal with Muslim women of Turkish origin, Uwe Timm's Rot (2001) and Hermann Schulz's Iskender (1999). In discussing these novels, I am mostly interested in the way these writers take part in current debates on Muslims in Western societies and in how they engage in their specific vision of a multicultural Germany. The results are at least twofold; on the one hand one has to conclude that both Hermann Schulz and Uwe Timm are dividing Muslims into good and bad, desired and not desired; on the other hand their novels also provide facets of a counter image and introduce largely unfamiliar aspects – which can count as a major achievement in the light of the prevailing idea of the Islamic world in the imagination of the German public.

Ethnische Minderheiten sind selten in Werken von einheimischen Schriftstellern zu finden. Vor diesem Hintergrund konzentriert sich der vorliegende Essay auf zwei der wenigen Ausnahmen, Uwe Timms Roman Rot (2001) and Hermann Schulz' Iskender (1999), in denen türkisch-muslimische Frauen Teil des literarischen Ensembles sind. Das Interesse gilt insbesondere der Art und Weise, wie ihre Autoren an gegenwärtigen Debatten über Muslime in westlichen Gesellschaften Teil haben, und es wird nach ihrer Vision eines multikulturellen Deutschland gefragt, wie es in den Texten zum Ausdruck kommt. Dabei fällt auf, dass Muslime sowohl bei Hermann Schulz als auch bei Uwe Timm in gute und schlechte, erwünschte und weniger erwünschte aufgeteilt werden. Andererseits entwerfen die Romane jedoch auch Gegenbilder und beziehen Aspekte ein, die der Mehrheit der Deutschen nicht vertraut sind – was angesichts gängiger Vorstellungen über die islamische Lebenswelt als bemerkenswerter Beitrag zur Multikulturalismusdebatte gelten kann.

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