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ABSTRACT

This article analyses the reception and publication of Elfriede Brüning's collection of fictional portraits, Partnerinnen (1978), in the context of official and critical discourse regarding female emancipation in the GDR. I examine the extent to which this writer, loyal to the SED, contributes to criticism of GDR gender politics and how publishers, reviewers and readers react to her portrayal. Through analysis of unpublished correspondence, I consider if political questions played a role in the publication process. I explore the reception of the text via analysis of newspaper reviews and of letters written by Brüning's readers. Reviews by leading literary critics point towards an attempt to steer the reading of the text; however, articles in other publications and the reaction of Brüning's readers indicate that this attempt to manipulate reception was not successful. The fragmentation of opinion regarding the work points towards the difficulty of identifying the parameters of permissible debate in the GDR. This was not simply a question of knowing Party directives on a particular issue, but was linked to the positioning of prominent individuals in relation to official rhetoric. This, in turn, points towards the role played by East German authors in the dissolution of binary values and the fragmentation of ideology in the last decades of the GDR's existence.

Dieser Artikel analysiert die Rezeption und Veröffentlichung der Porträtsammlung Partnerinnen (1978) von Elfriede Brüning im Kontext des offiziellen und kritischen Diskurses zur Emanzipation der Frau in der DDR. Dabei wird das Ausmaß, in dem die parteitreue Schriftstellerin zur Kritik an der Geschlechterpolitik der DDR beigetragen hat, und die Art der Reaktionen von Verlagen, Rezensenten und Lesern auf ihre Porträtierungen untersucht. Durch eine Analyse unveröffentlichter Korrespondenz wird die Frage nach dem politischen Einfluss auf den Publikationsprozess erörtert. Die Rezeption des Textes wird anhand einer Analyse von Rezensionen und Leserbriefen erforscht. Rezensionen von führenden Literaturkritikern deuten auf einen Versuch hin, die Rezeption des Textes zu steuern. Andere Veröffentlichungen und Reaktionen von Brünings Lesern zeigen dagegen, dass dieser Versuch, die Rezeption zu manipulieren, nicht erfolgreich war. Die kontroversen Auffassungen von Brünings Werk weisen auf die Schwierigkeiten hin, eindeutige Parameter dessen, was in den Debatten in der DDR erlaubt war, zu identifizieren. Dabei ging es nicht nur um die Kenntnis der Parteidirektiven in einer bestimmten Angelegenheit, sondern auch um die Positionierung prominenter Persönlichkeiten im Hinblick auf die offizielle Rhetorik. Dies wiederum deutet auf die besondere Rolle hin, die ostdeutsche Autor/innen bei der Auflösung binärer Wertvorstellungen und dem Ideologiezerfall in den letzten Jahrzehnten der DDR spielten.