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Dieser Beitrag befasst sich mit medialen Formen von Gedächtnis und Erinnerung in Günter Grass' Romanen Beim Häuten der Zwiebel und Die Box. Der Schwerpunkt liegt in der literarischen Darstellung von Spannungen zwischen Faktischem und Fiktivem im Rahmen von Debatten über Autobiographie und Autofiktion. Orientiert an der Auffassung vom Text als Ort, an dem das beschreibende und das beschriebene Ich aufeinandertreffen, möchte ich mich mit Möglichkeiten und Grenzen von Theorien über literarische Texte als Repräsentationsräume des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses befassen. Mein Ziel ist es, die These zu begründen, dass das beschreibende und das beschriebene Ich individuell innerhalb eines kulturell konstruierten Kontexts im Text interagieren. Diese Interaktion vollzieht sich durch literarische Strategien am Text-Ort, der selbst zu einem Raum individueller und kultureller Gedächtnis- und Erinnerungsarbeit wird, in dem die Grenzen des Faktischen und Fiktiven ineinander übergehen.