European Journal of Lipid Science and Technology

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Editor: Lucie Kalvodova (Editor-in-Chief)

Impact Factor: 2.145

ISI Journal Citation Reports © Ranking: 2016: 40/130 (Food Science & Technology); 48/81 (Nutrition & Dietetics)

Online ISSN: 1438-9312

Professor Dr. phil. Gerhard Billek 75 Jahre

Am 11. Februar 2000 feierte Professor Gerhard Billek seinen 75. Geburtstag, kaum zu glauben, wenn man seine heutige Mobilität und sein ungebrochenes wissenschaftliches Engagement - gerade auch für die Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaft - kennt.

1925 in Wien geboren gehört er zu den Jahrgängen, die nach dem Abitur zur Wehrmacht mussten, und erst 1946 kam er aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Nach dem Studium der Chemie (Nebenfächer Physik und Philosophie) an der Universität Wien promovierte er 1952 zum Dr. phil. (Chemie). Nach der Assistentenzeit am Organisch-Chemischen Institut der Universität Wien habilitierte er sich 1962 und erhielt die Lehrbefugnis für Organische Experimentalchemie mit besonderer Berücksichtigung radiochemischer Methoden. Als Universitätsdozent hielt er Vorlesungen über Radiochemie und Lebensmittelchemie. 1968 wurde ihm der Titel Außerordentlicher Universitätsprofessor verliehen.

Bereits 1965 war Professor Billek in die Dienste der Unilever Forschungsgesellschaft in Hamburg (UFG) übergewechselt, wo er zunächst die Leitung des Isotopenlaboratoriums übernahm. 1966 wurde er Sektionsleiter Analytik, 1968 Gruppenleiter Nahrungsmittel und 1970 zusätzlich Geschäftsführer der Unilever Forschungsgesellschaft, 1982 dann auch Geschäftsführer der NATEC, Institut für naturwissenschaftlich-technische Dienste. Im Jahre 1984 wurde die UFG aufgelöst und Professor Billek trat am 30. November 1984 vorzeitig in den Ruhestand.

Die Universität Hamburg erteilte Professor Billek 1971 die Lehrbefugnis für das Fach Organische Chemie. Von 1985 bis 1997 hatte er dort einen Lehrauftrag für das Fachgebiet Lebensmitteltechnologie - neben den Vorlesungen, die er in Wien hielt.

Das umfangreiche Wissen und die große Erfahrung von Gerhard Billek waren immer wieder von zahlreichen Fachgesellschaften und Kommissionen gefragt. So sandte ihn die International Atomic Energy Agency für ein Jahr (1963/64) als Experten für Radiochemie an die Universidade do Brasil nach Rio de Janeiro. Von 1971 bis 1984 war er in verschiedenen Kommissionen der IUPAC, zeitweilig als Chairman, tätig und gehörte der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission als Sachkenner an (1979 - 84). Von 1988 bis 1997 gehörte er dem "Kuratorium zur Verleihung des Heinrich-Wieland-Preises" an.

Den Mitgliedern der DGF ist Professor Billek aus vielen Vorträgen und Veröffentlichungen ebenso bekannt wie als Leiter oder Mitglied wichtiger Bereiche unserer Gesellschaft. Im Jahr 1972 übernahm er die Leitung der Fachgruppe "Fette als Nahrungsmittel", die er 24 Jahre leitete. Seit 1972 stand er auch dem Arbeitskreis "Technologien der industriellen Gewinnung und Verarbeitung von Speisefetten und -ölen" vor, deren Veröffentlichungen heute als Standardliteratur gelten. Das gilt auch für die von ihm durchgeführten Seminare, z.B. über "Brat- und Siedefette" oder "Vermischungen und Verfälschungen bei Speisefetten und -ölen. Darüber hinaus war er Mitglied der DGF-Gutachter-Kommission zur Verleihung des H.P. Kaufmann-Preises und einer der wissenschaftlichen Herausgeber der Zeitschrift "Fett-Wissenschaft, Technologie". Und so war es auch logisch, dass ihm Professor Röbbelen nach einstimmigem Beschluss des Vorstands der DGF als herausragendem Wissenschaftler und für seine Verdienste um die DGF im Jahr 1991 die höchste Auszeichnung der DGF, die Normann-Medaille, überreichte.

Beim diesjährigen "3rd International Symposium on Deep Fat Frying Optimal Operation" der DGF wird er wieder dabei sein, als Experte (Health Aspects of Thermooxidized Frying Oils and Fats) und als Sitzungsleiter.

Als wir den 70. Geburtstag von Professor Billek feierten, sagte Professor Wolf, langjähriger Leiter der UFG in seiner Laudatio: "Nun, da sie die für uns Männer gefährlichen Jahre zwischen 60 und 70 hinter sich gebracht haben, können sie spielend 80, 90 oder 100 Jahre alt werden". Das wünschen wir ihm und seiner Frau auch heute. Möge er bei guter Gesundheit noch lange zwischen den Wiener Kaffeehäusern und seiner zweiten Heimat Hamburg hin- und herpendeln.

Dr. Ingo Witte
DGF Fachgruppe Nahrungsfette und Fette in der Ernährung

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