Angewandte Chemie

Cover image for Vol. 126 Issue 17

Chefredakteur: Peter Gölitz, Stellvertreter: Neville Compton, Haymo Ross

Online ISSN: 1521-3757

Associated Title(s): Angewandte Chemie International Edition, Chemistry - A European Journal, Chemistry – An Asian Journal, Zeitschrift für Chemie

Vor 50 oder 100 Jahren

Zukunft braucht Herkunft – die Angewandte Chemie wird seit 1888 publiziert, und 2011 gibt es auch die International Edition schon 50 Jahre. Ein Blick zurück kann Augen öfnen, zum Nachdenken und -lesen anregen oder ein Schmunzeln hervorlocken: Deshalb finden Sie an dieser Stelle wöhentlich Kurzrückblicke, die abwechselnd auf Hefte von vor 100 und vor 50 Jahren schauen.

Archiv: 2013 | 2012 | 2011 | 2010

  • Vor 100 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 16, 4102

    Kochender Asphalt – ist eher etwas für Rennsportfreunde, drum geht die Angewandte Chemie nicht ganz so weit: In Heft 30 des Jahrgangs 1914 stellt der russische Ingenieur L. Schanin eine Untersuchung über die Bestimmung des Schmelzpunkts der Asphalte vor. Zum Anlass nimmt der Autor die mögliche Verwendung von Asphalten oder Teeren in der Fabrikation von Briketts. Er erläutert verschiedene Methoden zur Schmelzpunktbestimmung dieser chemisch heterogenen Substanzen und beschreibt schließlich eine Apparatur, die dem Experimentator das Erreichen des Schmelzpunkts durch eine elektrisch betriebene Glocke akustisch anzeigt.

    Lesen Sie mehr in Heft 30/1914

    In eigener Sache beginnt die Angewandte Chemie ihr 32. Heft des Jahrgangs 1914: Der Beitrag „Die Fachgruppen im Verein deutscher Chemiker” ist als Rückblick auf die ersten 25 Jahre dieser Organisation angelegt und beschreibt die Herausbildung der ersten Fachgruppen zu Beginn des 20. Jahrhunderts als integrierende Elemente unter dem Schirm des Vereins. Diesem Herzensanliegen des Autors zuwider läuft die Gründung einer „wilden” Fachgruppe außerhalb des Vereins durch dreißig Kalichemiker, die er als Sezession beklagt und auf einen urdeutschen Partikularismus zurückführt.

    Zurückblickend können wir die Bedenken des Autors aber zerstreuen: Der Nachfolger des Vereins deutscher Chemiker – die GDCh – ist auch 100 Jahre später noch eine facettenreiche und lebhafte Organisation mit vielen Fachgruppen.

    Lesen Sie mehr in Heft 32/1914

  • Vor 100 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 14, 3604

    Viele Beiträge der Angewandten Chemie befassten sich früher mit der klassischen quantitativen Analyse, so auch ein kurzer Artikel in Heft 26/1914, der die Verwendung von Pikrinsäure als Urtitersubstanz für die Iodometrie vorschlägt. Bemerkenswerterweise wird als einer der Vorzüge der Pikrinsäure ihre Beständigkeit genannt, was mit Blick auf ihren Einsatz als munitionsfähige Substanz verwundert. Heute ist die Entwicklung von Chemosensoren zum Aufspüren von Pikrinsäurespuren zu einem aktuellen Forschungsgebiet geworden. Eine elegante Methode nutzt die Eigenschaft von Pikrinsäure, die Photolumineszenz von Polysilolen zu unterdrücken (Angew. Chem. 2001, 113, 2162). Weitere Beiträge beschreiben eine Methode zur iodometrischen Bestimmung von schwefliger Säure und Studien zur Gewinnung von Natrium.

    Lesen Sie mehr in Heft 26/1914.

    Bekanntlich war die Herstellung von Düngern und Futtermitteln eine treibende Krafte für den Fortschritt der Chemie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. So beginnt auch ein Beitrag in Heft 28/1914 über die Aufbereitung von Pflanzenpressrückständen mit der Aussage, dass „die gegenwärtig herrschende Nahrungsmittelteuerung, welche, mit der zunehmenden Bevölkerung der Erde, ... nicht wird rückgängig gemacht werden können, der Chemie ein neues Arbeitsfeld eröffnet – die Erzeugung neuer, billiger Futterstoffe und Nahrungsmittel.” Wer an einem aktuellen Beitrag über die Rolle der Chemie bei der Lösung von Problemen in Zusammenhang mit dem Bevölkerungswachstum interessiert ist, sei an einen lesenswerten Essay von E. Keinan aus dem vorigen Jahr verwiesen (Angew. Chem. 2013, 125, 2730).

    Lesen Sie mehr in Heft 28/1914.

  • Vor 50 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 13, 3362

    Die Synthese und Eigenschaften von Amiden der Alkali- und Erdalkalimetalle werden von Robert Juza in einem Aufsatz in Heft 7/1964 beschrieben. Wie es in der anorganischen Chemie im Vergleich zur organischen Chemie wohl üblich ist, spielt die Synthese eine eher untergeordnete Rolle und wird nur kurz umrissen; die Strukturen dieser Amide werden jedoch in einem viermal so langen Abschnitt beschrieben. Schließlich wird auf das Verhalten dieser Amide in Gegenwart von überschüssigem Ammoniak und bei Ammoniak-Entzug eingegangen.

    In den Versammlungsberichten zum Thema Organozinnverbindungen erläutern L. Grün und H. H. Fricker, dass beispielsweise Tributylzinnbenzoat zur Abtötung von Keimen, wie Gram-negativen Bakterien, verwendet werden kann. K. Härtel berichtete, dass Triphenylzinnacetat unter dem Namen Brestan zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Dieses Fungizid wurde besonders beim Anbau von Kartoffeln zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule verwendet und führte zu einer hohen Ertragssteigerung und Qualitätsverbesserung. Obwohl man Brestan bereits damals aufgrund toxikologischer Untersuchungen als mäßig giftig einstufte, blieb es bis 2001 im Handel, bevor es von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft verboten wurde.

    Lesen Sie mehr in Heft 7/1964

  • Vor 100 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 12, 3110

    Kautschuk ist nach den Worten von A. Holt aus Ludwigshafen ein Naturprodukt, „das in riesigen Mengen gewonnen und verbraucht wird und ohne welches unser heutiges Leben kaum mehr zu denken ist”, weshalb „kühn zugreifend” die Synthese bereits versucht wurde, ohne die völlige theoretische Klärung seiner Konstitution abzuwarten. In seinem auf einem Vortrag basierenden Aufsatz findet man zwei Fließschemata für die Synthese von Butadien und Isopren sowie drei für die Wege von Butadien, Isopren und 2,3-Dimethylbutadien zu Kautschukderivaten. Doch trotz der sehr positiven Resultate bei diesen Versuchen schließt er seinen Vortrag mit der Aussage: „So viel steht aber nach dem Gesagten fest, daß wir heute von dem gesteckten Ziel der künstlichen Darstellung des Kautschuks weiter entfernt sind, als bis vor kurzem angenommen werden durfte.”

    Die restlichen zehn Seiten dieses Heftes nehmen „Gerichtliche und patentanwaltliche Entscheidungen, Verträge, Gesetze, Verordnungen, Bekanntmachungen, Statistiken usw. auf dem Gebiete des gewerblichen Rechtsschutzes im Jahre 2012” ein, und der Text setzt sich auch noch auf den ersten gut zehn Seiten des Folgehefts fort.

    Lesen Sie mehr in Heft 22/1914

    Ohne Taschenrechner war so manche Rechnung erheblich zeitaufwendiger als heute. Darum kam der Beitrag von M. Wendriner für einen einfachen Weg, ein Gasvolumen in das unter Normalbedingungen umzurechnen, sicherlich bei vielen „Herren Fachgenossen, welche viel mit Gasberechnungen zu tun haben,” gut an.

    Lesen Sie mehr in Heft 24/1914

  • Vor 50 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 11, 2834

    Die Tuberkulose hat auch heute noch nichts von ihrem Schrecken verloren, mit jährlich vielen Millionen Neuerkrankungen und Todesopfern, vor allem in Gebieten mit schlechter medizinischer Versorgung. In einem Aufsatz widmet sich E. Lederer den „erstaunlichen Fähigkeiten des Tuberkelbazillus zur Synthese von Lipoiden”. 1964 kannte man bereits vielfältige Fettsäuren, Glycolipoide, Peptidolipoide und Peptidoglycolipoide, die von diesem Erreger produziert werden, und Lederer stellt ihre Biogenese, Strukturen und biologischen Wirkungen vor. Darüber hinaus diskutiert er auch die Möglichkeit einer immunisierenden Wirkung entsprechender Lipoidfraktionen. Bis heute ist allerdings keine hochwirksame Immunisierungsmethode bekannt; eine Tuberkulose-Impfung mit einem abgeschwächten Mykobakterien-Impfstamm wurde 1998 wegen mangelnder Wirksamkeit aufgegeben. Dementsprechend bleiben Antibiotika das Mittel der Wahl zur Bekämpfung dieser Infektionskrankheit.

    M. Schlosser – ein Nachruf erschien in Heft 48 im vergangenen Jahr – führt seine Aufsatzreihe über Natrium- und Kalium-organische Verbindungen (wie Phenylnatrium oder Benzylkalium) fort und konzentriert sich diesmal auf deren Synthese und Anwendung. In einer Zuschrift postuliert M. Nefedow das Auftreten von Dimethylsilylen bei der Umsetzung von Me2SiCl2 mit Li und Ethen in THF. Dies ist einer der ersten Hinweise für das Auftreten eines solchen Si-Analogons der Carbene. Silylene haben anders als Carbene stets einen Singulett-Grundzustand und sind äußerst instabil; heutzutage kennt man allerdings auch stabile Silylene, die z. B. durch sperrige Substituenten oder benachbarte α-N-Donoren stabilisiert werden (N-heterocyclische Silylene).

    Lesen Sie mehr in Heft 6/1964

  • Vor 100 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 10, 2560

    Über die Ursache der Oxidation von Schriftmetallen, d. h. Lettern für den Schriftsatz, berichten Richard Meyer und Siegfried Schuster von der Technischen Hochschule Braunschweig. Detaillierte chemische Analysen der Zusammensetzung von zehn Proben aus mehreren Setzereien werden auf sechs Seiten ausführlich diskutiert. Hauptbestandteil dieser Legierungen sind Blei und Antimon; in Spuren kommen Zinn, Arsen, Kupfer, Eisen, Cobalt und Nickel vor. Am Ende der Abhandlung kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die Zusammensetzung der Proben keinen Einfluss auf den Verfall der Lettern hat. Vielmehr seien Guss und Pflege entscheidend: Blasen und Poren begünstigen ebenso die Oxidation wie feuchte Lagerung und die Reinigung mit Wasser oder gar Natronlauge. Empfohlen wird die Pflege mit Terpentin oder Petroleum. Die „Lettern” der Angewandten werden schon lange für jede Seite im Offsetdruck mit frischen Photonen neu erzeugt; Leser der Printausgabe müssen sich um die Qualität keine Sorgen machen.

    Lesen Sie mehr in 18/1914.

    Im wirtschaftlichen Teil werden Bedenken hinsichtlich der Dimensionierung und Wasserversorgung des Panamakanals geäußert, der im August 1914 eröffnet wurde. Der Wasserstand war nur dreimal in hundert Jahren Anlass zur Schließung; an der Erweiterung wird seit 2007 gebaut. Ähnlich lange dauerte die Übergabe des Kanals von den USA an Panama (2000).

    Lesen Sie mehr in Heft 20/1914.

  • Vor 50 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 09, 2298

    Dreiringe mit zwei Heteroatomen bilden das Thema des ersten Aufsatzes im Heft – vor 50 Jahren noch ein sehr junges Arbeitsgebiet, waren doch Diaziridine erst fünf Jahre zuvor beschrieben worden und Diazirine (heute von Bedeutung für die Photoaffinitätsmarkierung von Proteinen) sogar noch später. Interessanterweise gibt es von einem der Entdecker der Diazirine, S. R. Paulsen, im selben Heft eine Zuschrift, in der dieser Heterocyclentyp Diazacyclopropen genannt wird, während ein Diaziridin in der Rundschau derselben Ausgabe als (cyclisches) Hydrazin bezeichnet wird. Anscheinend waren derartige Heterocyclen 1964 noch zu neu (und ungewöhnlich), als dass die Hantzsch-Widman-Nomenklatur sich schon hätte durchsetzen können, und schließlich sind Oxirane auch besser als Epoxide bekannt.

    Ein anderer Aufsatz beschäftigt sich mit der Perester-Reaktion; Autoren sind G. Sosnovsky, der auf diesem Gebiet mit dem durch mehrere Namensreaktionen bekannt gebliebenen Morris Kharasch gearbeitet hatte, und Sven-Olov Lawesson, Namenspatron des Lawesson-Reagens. Ungewöhnlicherweise enthält der Aufsatz auch einen Experimentellen Teil. Experimentelles oder analytische Daten sucht man ansonsten in den oft kaum eine halbe Seite langen Zuschriften zwar meistens vergebens, doch werden vereinzelt auch schon einmal NMR-Daten angegeben.

    Lesen Sie mehr in Heft5/1964

  • Vor 50 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 07, 1756

    „Ein besonderer Dank gilt Nachbarn des Institutes für das verständnisvolle Ertragen der Geruchsbelästigung” – so endet ein Aufsatz von Roland Mayer über aliphatische Thioketone in Heft 4/1964. Mayer, der im vergangenen Jahr im Alter von 84 Jahren verstarb, verbrachte den Großteil seines Forscherlebens an der Technischen Universität Dresden. Nach der deutschen Wiedervereinigung arbeitete er intensiv an der Erneuerung der Wissenschaftslandschaft in Ostdeutschland und insbesondere im Dresdner Raum. Der zweite Aufsatz des Heftes, von K. Niedenzu, ist den Aminoboranen gewidmet, eine Verbindungsklasse, die heute auch in Zusammenhang mit der Wasserstoffspeicherung diskutiert wird.

    Im gleichen Heft finden sich außerdem zwei Beiträge von Rolf Huisgen über 1,3-dipolare Cycloadditionen von Azlactonen und ihren mesoionischen Derivaten mit Acetylenderivaten; dabei entstehen unter CO2-Freisetzung Pyrrole. Organokatalytische enantioselektive 1,3-dipolare Cycloadditionen von Azlactonen mit Methylenindolinonen, die über Münchnon-Intermediate verlaufen und zu spirocyclischen Oxindolverbindungen führen, wurden erst kürzlich beschrieben (Angewandte Chemie 2013, 125, 8795).

    Lesen Sie mehr in Heft 4/1964

  • Vor 50 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 05, 1206

    Heft 3/1964 enthält einen Aufsatz von Manfred Schlosser über Natrium- und Kalium-organische Verbindungen, mit denen er sich bereits zu Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn beschäftigte. Wenige Jahre später erkannte er die superbasischen Eigenschaften einer 1:1-Mischung aus Kalium-tert-butylalkoholat und n-Butyllithium, was die Entwicklung der sogenannten Schlosser-Base bedeutete, die auch heute noch oft verwendet wird. Schlosser selbst bezeichnete diese als LICKOR-Superbase; LIC steht für Alkyllithium und KOR für Kaliumalkoxid. Ein Nachruf auf Manfred Schlosser wurde 2013 in der Angewandten veröffentlicht (Heft 48, S. 12711).

    In einer Zuschrift beschreibt Emanuel Vogel, über viele Jahre einer der aktivsten Autoren der Angewandten Chemie, die Synthese eines Cyclodecapentaens ausgehend von Naphthalin. Ein neutrales 10π-Elektronensystem, und somit ein 10π-Hückel-Aromat, wurde in Form von 1,6-Methano[10]annulen erhalten. Diese Veröffentlichung sollte zu einem Meilenstein der Arenchemie werden und war der Ausgangspunkt für viele Folgearbeiten auf dem Gebiet der Annulenchemie. Ein persönlicher Rückblick von Emanuel Vogel auf 50 Jahre Forschung erschien posthum 2011 in der Angewandten (Heft 19, S. 4366).

    Lesen Sie mehr in Heft 3/1964

  • Vor 100 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 04, 924

    Wie echt ist echt? Auf diese Frage versuchte eine „Echtheitskommission” der Fachgruppe für Chemie der Farben-und Textilindustrie für Stoffe aus Wolle und Baumwolle eine Antwort zu geben. Sie schlugen exakte Prüfungsmethoden, Normen und Typen vor, um beispielsweise die Licht-, die Wasch-, die Reib-, die Schweiß-, die Chlor- und die Seewasserechtheit zu bestimmen.

    Den noch weitgehend unbekannten Abläufen bei der technischen Natriumproduktion durch Schmelzelektrolyse wollten sich Bernhard Neumann und Sigurd Giersten widmen und beschrieben dazu in einer ersten Veröffentlichung detailliert die Konstruktion ihres Versuchsapparats und erste Beobachtungen mit ihm.

    Lesen Sie mehr in Heft 10/1914 und Heft 12/1914

    Jahresrückblicke waren auch vor hundert Jahren schon gefragt. Entsprechend findet man über zwei Hefte verteilt die Zusammenfassung von A. Gutbier über die „Experimentelle anorganische Chemie und Elektrochemie im Jahre 1913”. Dort kann man unter anderem lesen, dass es zahlreiche Berichte über die Herstellung von Wassserstoff gegeben habe, da er nun nicht mehr nur von der Luftschifffahrt, sondern auch für die Habersche Ammoniaksynthese in großer Menge und daher billig benötigt würde. – Heute ist die Luftschifffahrt wohl durch die Energiespeicherung zu ersetzen.

    An den „Altmeister der chemischen Technologie”, Friedrich Ludwig Knapp, wurde anlässlich seines hundersten Geburtstags erinnert. Der in Michelstadt im Odenwald Geborene war erst 1904 gestorben. Er legte unter anderem die Grundlagen für die Chromgerbung, befasste sich mit der Härtung von Zement und studierte die Vorgänge bei der Herstellung von Gläsern und Porzellan. Den Hauptteil seiner beruflichen Laufbahn verbrachte er an der Technischen Universität Braunschweig. Von ihm stammt ein Lehrbuch der chemischen Technologie, und er übersetzte den 1. Teil von John Percys Metallurgie.

    Lesen Sie mehr in Heft 14/1914 und Heft 16/1914

  • Vor 50 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 03, 630

    „Den Atomkern in Schale zu werfen” – das war eine Leistung, für die der deutsche Physiker J. Hans D. Jensen zusammen mit Maria Göppert-Mayer 1963 den Physik-Nobelpreis erhielt. Bei diesem Schalenmodell des Atomkerns werden die einzelnen Protonen und Neutronen sowie ihre Bewegung in einem Potentialfeld nach den Regeln der Quantenmechanik betrachtet, ähnlich dem Schalenmodell für Elektronen in der Atomhülle. In seinem Nobelvortrag, der in diesem Heft abgedruckt ist, geht er auf die Geschichte dieser Theorie ein, mit deren Hilfe sich auch erklären lässt, warum manche Atomkerne mit bestimmten Neutronen- und Protonenzahlen besonders stabil sind („magische Zahlen”).

    Eine Exkursion ans Meer kann bereichernd sein – besonders wenn man bedenkt, dass neueren Schätzungen zufolge um die 15000 Tonnen Gold im Meerwasser enthalten sind. In seinem Aufsatz geht Ernst Bayer sogar von noch größeren Mengen aus – er vermutet bis zu 70 Millionen Tonnen Gold in den Ozeanen. Grund genug zu versuchen, diesen Schatz mit chemischen Mitteln zu heben. Daran hatte sich bereits Fritz Haber in den 1920er Jahren ohne Erfolg versucht. Bayer stellt nun eine Reihe von Komplexbildnern vor, mit deren Hilfe sich verschiedene wertvolle Metalle aus Meerwasser anreichern lassen. Mit Makromolekülen auf Basis von Aminothiophenolen und Glyoxal konnten z. B. 1.4 μg Gold pro 100 L Meerwasser gewonnen werden – was laut Bayer dem gesamten Goldgehalt entspricht. Bedenkt man allerdings die so erhaltenen Mengen, ist es kaum verwunderlich, dass die industrielle Goldgewinnung aus Meereswasser auch heute noch Zukunftsmusik ist.

    Lesen Sie mehr in Heft 2/1964

  • Vor 100 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 02, 356

    Unter der Überschrift „Einiges über Kunststoffe” berichtet Gustav Bonwitt das wenige, das damals über Ersatz für Naturstoffe wie Horn und Elfenbein bekannt war: Celluloid war trotz seiner Feuergefährlichkeit populär, nicht zuletzt beim Film (siehe O. Krätz, Chem. Unserer Zeit 2007, 41, 86). Weitere Materialien waren Acetylcelluloid und Gallalith, „wie das Celluloid eine Zufallserfindung” auf der Basis von Casein.

    Gabriel Klinger (Universität Zürich) diskutiert die Ergebnisse von Raschig und Lunge bzgl. der Bildung von N2O3 bei der Reaktion von NO mit O2 und untermauert sie mit eigenen Experimenten ganz klassisch „naßchemisch” – ohne Spektroskopie oder Mikroskopie.

    Lesen Sie mehr in Heft 2/1914

    Unter den Personalnachrichten findet sich die knappe Meldung, dass Albert Einstein zum ordentlichen Mitglied der Berliner Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften gewählt wurde. Die damit verbundene hauptamtliche Stelle, die er 1914 antrat, verschaffte ihm die Freiheit, die allgemeine Relativitätstheorie zu vollenden.

    Lesen Sie mehr in Heft 3/1914

    Die Analytische Chemie bestimmt die Themen von Heft 4/1914: Eisenerzanalyse, Ätzkali in Seifen, Albumin im Harn. Der Jurist R. Kautter aus Darmstadt kritisiert den seinerzeit geplanten Übergang des Rechts auf ein Patent vom Anmelder auf den Erfinder selbst. Die Kritik verhallte wohl, jedenfalls langfristig, denn das aktuelle deutsche Patentrecht stellt den Erfinder in den Vordergrund.

    Lesen Sie mehr in Heft 4/1914

  • Vor 50 Jahren in der Angewandten Chemie
    Angew. Chem. 2014, 126, No. 01, 27

    Fast so viele Aufsätze wie Zuschriften -- 7 bzw. 8 -- enthält das erste Heft des Jahres 1964. Thematisch reicht die Bandbreite der Aufsätze von der Chemie des Technetiums über Lysozym bis zur Theorie der Glaselektrode, und gleich zwei behandeln Cyclooctatetraen: Während sich der erste von beiden jedoch unter der Überschrift „Koordinationschemie und Katalyse” mit der Cyclooctatetraensynthese nach Reppe beschäftigt, berichtet Huisgen im zweiten über die Valenztautomerie der Verbindung.

    In den Versammlungsberichten werden eine Tagung der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft und das 6. Europäische Peptidsymposium abgedeckt, doch auch Konferenzen wie die Physikertagung und sogar die Hauptversammlung der Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute e. V. Immerhin ist hier einiges über Zinkstaubanalyse und dauerstandfeste Zinklegierungen zu erfahren, die Berichte sind also nicht so chemiefremd, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

    Lesen Sie mehr in Heft 21/1964

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